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Färbermühlgasse 8

Fakten

Färbermühlgasse 8

Färbermühlgasse 8, 1230 Wien

Baujahr: 1964-1966

Wohnungen: 32

Architekt: Anton Herrgesell

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Das Wohnhaus in der Färbermühlgasse 8 wurde in den Jahren 1964-66 nahe dem Liesinger Platz, dem Hauptplatz des ehemals selbstständigen Ortes Liesing, errichtet. Der heutige 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing ist der jüngste Bezirk Wiens: das Gebiet der ehemaligen niederösterreichischen Gemeinden Liesing, Atzgersdorf, Erlaa, Inzersdorf, Siebenhirten, Mauer, Rodaun, Kalksburg u. a. wurde 1938 als 25. Bezirk Bestandteil von "Groß-Wien".

1954 gingen Teile davon an das Bundesland Niederösterreich zurück und Liesing wurde in seinen heutigen Grenzen der 23. Bezirk der Stadt Wien, deren Wohnbautätigkeit in dieser Region erst nach 1945 einsetzte. Heute zeichnet sich Liesing vornehmlich durch teils noch erhaltene secessionistische zweigeschoßige Zinshäuser, moderne mehrgeschoßige Wohnhausanlagen sowie eine hohe Dichte an Schulen aus.

Die Architektur

Das Wohnhaus in der Färbermühlgasse besteht aus einem viergeschoßigen Gebäude, das zwei Stiegen mit insgesamt 32 Wohnungen umfasst.
Wichtigstes Erkennungsmerkmal des Baus sind die straßenseitig hinter die Fassadenflucht gesetzten Halbloggien, die durch die farbliche Hinterlegung mit kräftigem Rot und Weiß zusätzlich betont werden und das Gebäude im Vergleich zu der eher schlicht gehaltenen Fassadengestaltung des gegenüberliegenden Baus auf Hausnummer 9 deutlich hervorheben. Darüber hinaus ist das Wohnhaus im Gegensatz zu den umliegenden Bauten mit ost- sowie westseitigen Halbloggien ausgestattet, die mit ihren einheitlichen Geländerverkleidungen weitere Akzente setzen.

Die kleine Anlage verfügt neben 13 PKW-Abstellplätzen an der nördlichen Grundstücksgrenze und einem kleinen Ruheplatz im begrünten Hof durch seine Nähe zum Liesinger Platz über eine hervorragende Anbindung an das öffentliche Netz sowie über eine gut ausgebaute Geschäfts-Infrastruktur, die mit ihren Cafés und Konditoreien an die Zeit des eigenständigen Dorfes Liesing erinnert.

Der Name

Die ehemalige Gärtnergasse wurde im Jahr 1954 nach der unweit gelegenen Färbermühle, einem Wahrzeichen von Liesing (heute steht dort das Liesinger Bezirksamt), in Färbermühlgasse umbenannt.

Prominente Bewohner

Zu den zahlreichen berühmten Bewohnern von Liesing gehört auch der Bildhauer Rudolf Schmidt (1894-1980), der das Kriegerdenkmal in Liesing schuf (1926, heute Liesinger Friedhof). Von seiner Hand stammt auch der bekannte Hannaken-Brunnen am Fuß der Stiegenanlage bei Maria am Gestade (1937) im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Sanierung

von 2000 bis 2001

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 2000 und 2001 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Anton Herrgesell - Anton Herrgesell (1914-1970) studierte von 1931 bis 1936 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1938 die 2. Staatsprüfung ablegte. Für die Gemeinde Wien war er unter anderem an der Planung zur Wohnhausanlage Gußriegelstraße 51-59 in Wien 10 (1957-1959) beteiligt.

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