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Eduard-Schlesinger-Hof

Fakten

Eduard-Schlesinger-Hof

Wilhelm-Leibl-Gasse 2-4, 1130 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 19

Architekt: August Bauer

Weitere Adressen

Seelosgasse 31, 1130 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Ab 1928 entstand südlich des Eduard-Schlesinger-Hofes die Siedlung Lockerwiese, die bis 1938 immer wieder erweitert wurde. Die südliche Straßenzeile der Wilhelm-Leibl-Gasse wurde im Zuge dessen ab 1930 mit Reihenhäusern verbaut. Die Wohnhausanlage in der Wilhelm-Leibl-Gasse 2-4 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf einem bis dahin noch unverbauten Grundstück errichtet.

Die Architektur

Der Wohnbau liegt an der Ecke Wilhelm-Leibl-Gasse/Seelosgasse und besteht aus zwei autonomen Bauteilen. Die gesamte Anlage überzeugt durch die schlichte Gliederung und den ruhigen Gesamteindruck. Der zweigeschoßige Trakt in der Wilhelm-Leibl-Gasse ist mit vier Achsen etwas kleiner angelegt als der zweite Wohnblock. Die glatte Fassade gliedert sich in Fensterachsen, wobei die Abstände zwischen den Öffnungen relativ weit sind. Die Loggien an den äußeren Achsen im ersten Stockwerk betonen die symmetrische Gestaltung. An der gartenseitigen Fassade springt die mittlere Achse leicht vor die Baulinie.

Der dreigeschoßige Wohntrakt in der Seelosgasse ist um einiges breiter. Die glatte Fassade gliedert sich hier in Fensterachsen, im ersten und zweiten Stockwerk finden sich offene Balkone. An der Rückseite treten zwei Achsen leicht vor die Baulinie, dort liegen auch die Eingänge. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über ein Gartentor zwischen den beiden mit Walmdächern ausgestatteten Gebäuden.

Der Name

Die Wohnhausanlage ist nach dem Schutzbündler und Sozialisten Eduard Schlesinger (1903-1988) benannt. Als Mitglied des Republikanischen Schutzbundes wurde er im Februar 1934 verhaftet, nach seiner Entlassung engagierte er sich bei den Revolutionären Sozialisten. Während des Zweiten Weltkriegs war er auf der Seite der österreichischen Widerstandskämpfer tätig. Danach arbeitete er als stellvertretender Generaldirektor der Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter und von 1964 bis 1969 als Bezirksrat in Hietzing.

Sanierung

von 2008 bis 2008

Der Eduard-Schlesinger-Hof wurde 2008 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch wurden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut. Die Gesamtbaukosten für diese Maßnahmen betrugen 443.500 Euro, davon konnten 161.434 durch einen Landeszuschuss gedeckt werden.

Architekten

August Bauer - August(in) Bauer (1895-1981) studierte ab 1918 bei Friedrich Ohmann an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Stadt Wien plante er unter anderem die Wohnhausanlage Albertplatz 7 in Wien 8 (1953/54) und den ersten Bauabschnitt des Alfred-Wunsch-Hofes in Wien 11, Lorystraße 33-37 (ab 1953).

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