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Rudolf-Zeller-Gasse 14a

Fakten

Rudolf-Zeller-Gasse 14a

Rudolf-Zeller-Gasse 14a, 1230 Wien

Baujahr: 1958-1960

Wohnungen: 16

Architekt: Karl Hauschka

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das auf dem Grundrissplan ursprünglich als Wohnhaus für "alte Leute" bezeichnete Gebäude in der Rudolf-Zeller-Gasse entstand in den Jahren 1958 bis 1960 nach Entwürfen des Architekten Karl Hauschka und ist ein integrativer Teil der Harry-S.-Truman-Siedlung. Das Wohnhaus wurde jedoch nicht in die kontinuierliche Stiegennummerierung aufgenommen. Der im Vergleich zu den anderen Stiegen quergestellte, längliche Bau verfügt über insgesamt 16 Wohnungen und teilt die Siedlung in einen nördlichen und einen südlichen Teil, sodass der Eindruck einer weitläufigen Hofanlage entsteht.

Die Architektur

Das Wohnhaus besteht aus zwei quaderförmigen, zweigeschoßigen Bauteilen, die Z-förmig versetzt und in der Geschoßhöhe terrainbedingt gestaffelt sind. Der Niveauunterschied des Geländes wird zudem durch eine Stiegenanlage ausgeglichen. Das Gebäude nimmt im Vergleich zu den umliegenden dreigeschoßigen Einzel- und Doppelhäusern der Siedlung eine Sonderstellung ein, was sich in der äußeren Gestaltung des Hauses widerspiegelt. Anders als die glatt verputzten, ornamentfreien Nachbarstiegen ist seine Fassade geprägt durch die querrechteckigen, mehrteiligen Fenster, die den Eindruck einer horizontalen Bänderung erwecken. Dahinter befinden sich die Laubengänge, von denen aus die Wohnungen erschlossen werden. Besonders auffallend ist auch das farbige Erscheinungsbild der Fassade: Eine cremefarbene Rahmung fasst die Fenster des ersten und zweiten Geschoßes ein. Zudem sind die Gesimszonen unterhalb der Fenster mittels grüner Putzquader gestaltet. Eine grüne Trauflinie schließt das Gebäude nach oben hin ab. Diese Elemente finden sich auch an der südseitigen Fassade. Weitere Akzente setzen dort Erker, die über der grob verputzten Sockelzone beginnen und über beide Stockwerke bis knapp unter die Traufe reichen.

... und die Kunst

In unmittelbarer Nähe des Wohnhauses, in der Rudolf-Zeller-Gasse 16, befindet sich die Skulptur eines Tigers aus Naturstein von Hubert Fiala. Wenige Meter davon entfernt steht eine weitere Natursteinplastik; sie stammt von Fritz Tiefenthaler und stellt einen Diskuswerfer dar.

Der Name

Die Rudolf-Zeller-Gasse wurde nach dem Vizebürgermeister und Ehrenbürger von Mauer, Rudolf Zeller (1858-1918), benannt.

Architekten

Karl Hauschka - Karl Hauschka (1896-1981) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Küste Wien bei Peter Behrens. Bei diversen Architekturwettbewerben gewann er mehrere Preise, jedoch sind kaum realisierte Werke bekannt. In den 1920er- und 1930er-Jahren entwarf er in Arbeitsgemeinschaft mit Viktor Mittag eine Reihe von Wohnhausanlagen des Roten Wien, darunter auch den Wildganshof in Wien 3, sowie in den 1960er-Jahren den Harry-S.-Truman-Hof in Wien 23 in Zusammenarbeit mit den Architekten Wenko Bossew, Otmar Brunner, Maria Albrecht, August Kastner, Karl Molnar und Rudolf Sorgo.

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