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Breitenfurter Straße 556

Fakten

Breitenfurter Straße 556

Breitenfurter Straße 556, 1230 Wien

Baujahr: 1956-1958

Wohnungen: 30

Architekt: Rosa (Rosl) Weiser

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Mit der Verfügung vom 1. Oktober 1938 zur Bildung eines "Groß-Wien" wurden unter anderem Kalksburg, Liesing und Breitenfurt als 25. Bezirk nach Wien eingemeindet und im Zuge des 1946 beschlossenen Gebietsänderungsgesetzes (mit Ausnahme von Breitenfurt) zum heutigen 23. Bezirk zusammengefasst.
Die Wohnhausanlage liegt am Fuße des südlichen Wienerwalds zwischen Breitenfurt und Kalksburg in idyllischer Umgebung. Die Architektin Rosa Weiser nahm mit der Verwendung von natürlichem Baumaterial wie Lärchenholz für die Haustore und Gneisplatten an der Sockelzone der Häuser bewusst Bezug auf die Nähe zur Natur.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage liegt auf einem spitz zusammenlaufenden, dreieckigen Grundstück und umfasst die Breitenfurter Straße und die Jägerstraße, die in den Wienerwald führt. Sie besteht aus vier nahezu identischen, zweigeschoßigen Wohnhäusern, die stufig hinter die Baulinie zurückgerückt sind. Der vierte Bau am Westende des Baugrunds folgt längsseitig dem Straßenverlauf, sodass eine halbgeschlossene, begrünte Hofanlage entsteht. Schmale Gehwege mit einer auf Pfeilern aus Gneisplatten errichteten Pergola führen zu den Haustoren an der Jägerstraße. Ein ebenfalls mit Gneisplatten verkleideter Rastplatz für Ausflügler befindet sich am Westende der Anlage an der Spitze des Straßendreiecks. Die Fassade der Häuser ist - dem Trend der 1950er-Jahre folgend - glatt verputzt, dezent zweifärbig gestaltet und in funktionale Fensterreihen gegliedert.

... und die Kunst

An der Ostfassade von Haus 4 befindet sich eine Reliefplastik von Hertha Bucher aus glasierten Platten, die eine Jagdszene (1956-1958) zeigt. Das Motiv nimmt damit thematisch auf den nur wenige Schritte entfernten Wienerwald Bezug.

Der Name

Die Breitenfurter Straße erstreckt sich vom 12. bis zum 23. Wiener Gemeindebezirk. Sie wurde 1593 "Die Straße", später "Ordineri Straße von Wien nach Atzgersdorf" und schließlich "Breitenfurther Waldämtliche Straße" genannt nach dem Ort Breitenfurt, in den sie führt. Die Jägerweggasse führt zum Jägerhaus im Wienerwald.

Sanierung

von 1997 bis 1999

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1997 bis 1999 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Rosa (Rosl) Weiser - Rosa (Rosl) Weiser (1897-1982) absolvierte an der Akademie der angewandten Kunst die Meisterklasse von Oskar Strnad. Sie ist dem Umfeld von Margarete Schütte-Lihotzky zuzuordnen, die nur wenige Jahre zuvor ihr Studium begann. Zu Weisers Hauptwerken zählt die Wohnhausanlage der Gemeinde Wien an der Breitenfurter Straße 556 in Wien 23.

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