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Pülslgasse 10

Fakten

Pülslgasse 10

Pülslgasse 10, 1230 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 26

Architekt: Fritz Stachl

Weitere Adressen

Löwenthalgasse 5, 1230 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Wohnhaus in der Pülslgasse 10 wurde in den Jahren 1955-56 nahe dem Liesinger Platz in Oberliesing errichtet. Dieser Teil des Bezirkes war schon im 9. Jahrhundert durch die Steg- oder Brückl-Mühle (auch Färbermühle genannt) und im 19. Jahrhundert durch die hier ansässigen industriellen Unternehmen, allen voran die Liesinger Brauerei, ökonomisch abgesichert und verfügte bereits 1871 über die seinerzeit neueste technische Errungenschaft der Gasbeleuchtung. Heute zeichnet sich der Bezirk vornehmlich durch secessionistische, zweigeschoßige Zinshäuser, moderne mehrgeschoßige Wohnhausanlagen sowie eine hohe Dichte an Schulen, wie z. B. die 1909 gegründete Kaiser-Jubiläums-Schule in der Pülslgasse, aus.

Die Architektur

Der viergeschoßige Eckbau an der Pülsl- bzw. Löwenthalgasse umfasst 2 Stiegen mit heute insgesamt 26 Wohnungen. Die zwei senkrecht zueinander stehenden Baublöcke sind gegeneinander so versetzt, dass die Baufluchtlinie gegenüber der Baulinie im Bereich der Löwenthalgasse zurückspringt und eine ca. 4 x 1 m große, begrünte Fläche entsteht. Darüber erheben sich im Schutz des versetzten Bauteils drei Balkone, die vor die westseitige Fassadenflucht gesetzt sind und jeweils zwei Fensterachsen umfassen.

Die übrige Straßenfassade ist sehr zurückhaltend gestaltet. Den stilistischen Tendenzen des sozialen Wohnbaus der 1950er-Jahre entsprechend folgen über einem schmalen Sockel (hier aus rustizierten, roten Ziegeln) die vier Hauptgeschoße, die durch vertikale und horizontale Fensterachsen klar gegliedert sind. Der einzige dekorative Akzent an der Fassade wird durch Fensterfaschen gesetzt, auf die hofseitig zugunsten einer vollständig glatt verputzten Fassadengestaltung verzichtet wurde.

Der Name

Die Pülslgasse erhielt ihren Namen 1954 nach dem Landtagsabgeordneten und Vizebürgermeister von Liesing (1921-1934), Franz Pülsl (1875-1946).
Die ehemalige Johann-Held-Gasse und heutige Löwenthalgasse wurde 1947 nach dem Bankier und Mitbesitzer der nahe gelegenen Brauerei Liesing Theodor Löwenthal (1798-1878) benannt.

Prominente Bewohner

Zu den zahlreichen berühmten Bewohnern von Liesing gehört auch der Bildhauer Rudolf Schmidt (1894-1980), der das Kriegerdenkmal in Liesing schuf (1926, heute Liesinger Friedhof). Von seiner Hand stammt auch der bekannte Hannaken-Brunnen am Fuß der Stiegenanlage bei Maria am Gestade (1937) im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Sanierung

von 1996 bis 1997

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1996 und 1997 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Fritz Stachl - Fritz Stachl (1908-1977) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1939 auch promovierte. Nach seinen Plänen wurde unter anderem das kommunale Wohnhaus Pülslgasse 10 in Wien 23 (1955/56) errichtet.

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