Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Wohnhausanlage Am Schöpfwerk

Fakten

Wohnhausanlage Am Schöpfwerk

Am Schöpfwerk 56-64, 1120 Wien

Baujahr: 1951-1957

Wohnungen: 868

Architekt: Franz Schuster

Weitere Adressen

Tscherttegasse 33-39, 1120 Wien

Thorvaldsengasse 12-26, 1120 Wien

Andersengasse 5A, 1120 Wien

Andersengasse 8-36, 1120 Wien

Andersengasse 11B, 1120 Wien

Andersengasse 11A, 1120 Wien

Andersengasse 1-31, 1120 Wien

Thorvaldsengasse 11-15, 1120 Wien

Andersengasse 2-4, 1120 Wien

Thorvaldsengasse 1, 1120 Wien

Andersengasse 11C, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die weitläufige Wohnhausanlage am Schöpfwerk wurde als geschlossene Nachbarschaftseinheit im Rahmen des sozialen Wohnbauprogramms der Gemeinde Wien in insgesamt sechs Bauphasen in den Jahren 1951-57 nach Plänen des Architekten Professor Franz Schuster errichtet.

Sie liegt auf einem gegen Süden geneigten Hang in unmittelbarer Nähe zum sogenannten "Neuen Schöpfwerk" - eine Bezeichnung, die sich allerdings nie durchgesetzt hat. Im Osten und Westen wird sie von Kleingartenanlagen und rein landwirtschaftlich genutzten Grundstücken begrenzt. Die ursprüngliche Anzahl von 975 Wohnungen, die im Zuge des sogenannten Schnellbauprogramms zum Großteil als Kleinwohnungen errichtet worden waren (Duplex-Prinzip), reduzierte sich in den letzten Jahren durch Zusammenlegungen auf nunmehr 868 Wohnungen, aufgeteilt auf insgesamt 95 Stiegen.

Die Architektur

Die Aufschließung der 61.918 m2 umfassenden Gesamtfläche erfolgt durch zwei Wohnstraßen, an deren Kreuzung ein kleiner Platz den Mittelpunkt der Anlage bildet. Die vier ein- bis viergeschoßigen Wohnbauten in Zeilenbauweise liegen zum Teil an den Wohnstraßen, zum Teil an Wegen und Höfen. Ein siebengeschoßiges Sternhaus im Süden der Anlage wurde auf dem höchsten Punkt in unmittelbarer Nähe zur U-Bahn-Station Tscherttegasse errichtet.
Die Fassadengestaltung aller Gebäude ist den Gestaltungsprinzipien des kommunalen Wohnbaus der 1950er-Jahre folgend betont schlicht gehalten. Auffallend sind die Achsen mit französischen Fenstern an den Gebäudeenden und die verschiedenfarbig gestalteten Wohnhäuser.

Bei der Planung der gesamten Anlage wurde ein kleinstädtisches Konzept verfolgt. Eine große Anzahl von Geschäftsläden, von denen ein Teil in gesonderten Flachbauten untergebracht ist, sowie zahlreiche soziale Einrichtungen wie ein Kindergarten, ein Hort und mehrere Arztpraxen runden dieses Konzept ebenso ab wie eigene Handwerkerhäuser, kleine Atelierbauten für bildende Künstler, eine Alterssiedlung mit 35 Wohnungen in niedrig-geschoßigen Bauten, eine eigene flachbauliche "Heimstätte für alte Menschen" und ein Saalbau für Vorträge und Versammlungen am zentralen öffentlichen Platz, der an einen alten Dorfanger erinnert. Verschiedene weitere bauliche Vorkehrungen wie zahlreiche Garagen ergänzen die öffentlichen Einrichtungen.

Der Name

Der ehemalige Inzersdorfer Weg erhielt 1912 die Bezeichnung "Am Schöpfwerk" nach dem Hebewerk der 1. Wiener Hochquellenwasserleitung.

Seit 1940 trägt die Tscherttegasse ihren Namen nach Hans Tschertte (gest. vor 1552 in Wien). Er war Festungsbaumeister zur Zeit der ersten Türkenbelagerung Wiens 1529 und wirkte entscheidend am Neubau der Stadtbefestigung ab 1531 sowie am Umbau der Hofburg ab 1534 mit.

Die Thorvaldsengasse ist seit 1953 nach dem dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1768-1844) benannt und auch die Andersengasse erhielt ihren Namen im selben Jahr nach einer dänischen Berühmtheit, dem Märchendichter Hans Christian Andersen (1805-1875), der vor allem für seine Geschichten "Des Kaisers neue Kleider", "Die Prinzessin auf der Erbse", "Das hässliche Entlein" und "Däumeline" bekannt ist.

Der Dr.-Schreber-Weg an der östlichen Grundstücksgrenze zu den Kleingartenanlagen wurde 1927 nach dem Arzt und Heilpädagogen Dr. Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808-1861), der sich um die Förderung der sogenannten "Schrebergärten" verdient gemacht hatte, benannt; ihm ist auch die Dr.-Schreber-Gasse im 13. Bezirk gewidmet.

Sanierung

von 1991 bis 1996

Der Einbau der Aufzüge erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1986/87. Von 1991 bis 1996 wurde in der Wohnhausanlage eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen und ein neuer Spielplatz errichtet. Die Kosten beliefen sich auf 12.156.494 Euro, davon konnten 9.559.013 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Schuster - Franz Schuster (1892-1972) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow, dessen Mitarbeiter er nach seinem Abschluss wurde. Nach einem Aufenthalt in Dresden wurde er zum Chefarchitekten des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen berufen. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem mit Adolf Loos und Franz Schacherl, war er an der Realisierung der Gemeindesiedlung "Süd-Ost" in Wien 10, Laaer-Berg-Straße 151-203 (1921), der Kriegerheimstätte Hirschstetten I in Wien 22 (1921) sowie der Pioniersiedlung der GESIBA "Denglerschanze" in Wien 21, Josef-Zapf-Gasse 1-37 (1921/22), beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er der Kommission zur Wiederherstellung des Stephansplatzes an und leitete von 1952 bis 1957 die Forschungsstelle für Wohnen und Bauen der Stadt Wien. In dieser Zeit entstand neben mehreren Kindergärten, Schulbauten und sozialen Einrichtungen auch der Emil-Fucik-Hof in Wien 10, Gudrunstraße 55-103 (1950-1952), nach seinen Plänen.

Wohnungstauschangebote

Art Zimmer Größe Miete

Freie Lokale

Bild Art Größe Miete
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+