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Klostermanngasse 13

Fakten

Klostermanngasse 13

Klostermanngasse 13, 1230 Wien

Baujahr: 1958-1959

Wohnungen: 12

Architekt: Johann Staber

Weitere Adressen

Anton-Heger-Platz 3, 1230 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Gebäude entstand nahezu gleichzeitig mit einem anderen Bau von Johann Staber in der Carlbergergasse. Es steht zu einem Teil am Anton-Heger-Platz, der nach einem Gastwirt im früheren Vorort Atzgersdorf benannt ist. Anton Heger (1821-1899), seit seiner frühesten Jugend dem Gesang zugetan, gab bei einer Zusammenkunft im März 1880 den Impuls zur Gründung eines Männergesangsvereins und bekleidete zudem auch das Amt des Bürgermeisters - ein Beispiel für die damals in den Wiener Vororten verbreitete Gasthauskultur, in der der Stammtisch auch das soziale Zentrum bildete.

Der Anton-Heger-Platz stößt im Osten an die Autofabriksstraße, in der früher die Autofabrik Perl situiert war, die damals sehr beliebte Kleinwagen herstellte. In einer 1911 errichteten Fabrikhalle wurden vorwiegend Linienbusse gebaut. Am westlichen Ende des Platzes erinnert ein Gedenkstein im Park an Therese Klostermann, die 1944 im Wiener Landesgericht als kommunistische Widerstandskämpferin von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.

Die Architektur

Das dreigeschoßige, hellgelb gestrichene Gebäude mit Satteldach wurde als Eckverbauung konzipiert. Sechs Fensterachsen gliedern die Straßenfassade an der Klostermanngasse. Dreiflügelige Fenster wechseln einander mit französischen Fenstern im zweiten und dritten Geschoß ab. Der Hauseingang liegt in der zweiten Achse, das dazugehörige Stiegenhaus ist hofseitig angelegt. Die vier Fensterachsen umfassende Fassade zum Anton-Heger-Platz wird von einem großen Mosaikwandbild dominiert. Sonst sind die Fassaden sehr schlicht gehalten, lediglich weiße Putzfaschen umrahmen die Fenster. Im Satteldach befindet sich auf jeder Schauseite eine dreiflügelige Dachgaube.

Über den Eingang in der Klostermanngasse und einen kleinen Treppenaufgang gelangt man um eine Ecke herum ins rückwärtige Stiegenhaus. Die Hoftür führt in ein rechteckiges Gartenareal, das von den Trakten aufgespannt wird und durch zwei Mauern von den Nachbargrundstücken getrennt ist. Die Stiegenaufgangsachse liegt im längeren Traktteil. Sie ist ganz in die Ecke gerückt und mit zweiflügeligen, französischen Fenstern ausgestattet. Das niedrige, oberste Gangfenster ist mit einer querliegenden Metallstrebe vergittert. Etwas vom Aufgang abgesetzt folgt eine schmale, einflügelige Fensterachse. Danach flankieren zwei zweiflügelige eine dreiflügelige Fensterachse. In den kürzeren Fassadenteil sind drei Fensterachsen eingeschnitten. Zwei davon sind zweiflügelig, die der Aufgangsachse am nächsten gelegene ist als Pendant zu jener des anderen Flügels einteilig gestaltet. Im hofseitigen Dachgeschoß befinden sich zwei Gauben.

... und die Kunst

Am breiten, geschlossenen Mauerstück nahe der Eckkante der Platzfassade ist ein großes Mosaikwandbild von Ernst Höffinger mit dem Titel "Helle und dunkle Tiere" angebracht. Es zeigt - ähnlich den Umkippfiguren von M.C. Escher - einige dunkelblaue Tierfiguren, deren Umrisslinien gleichzeitig die teilweisen Umrisse von hellen, anderen Tieren darstellen, welche unmittelbar anschließen und wiederum sehr geschickt Teilumrisse für weitere dunkle Tiere ausbilden. Eine schnellere Orientierung erlauben die runden Knopfaugen, die ihre Köpfe leichter sichtbar machen.

Der Name

Die Klostermanngasse (davor Rittergasse) wurde 1955 nach Therese Klostermann, geboren 1913 in Wien, benannt. Sie war eine kommunistische Widerstandskämpferin und wurde 1944 im Wiener Landesgericht von den Nationalsozialisten hingerichtet.

Sanierung

von 1997 bis 1997

In der Wohnhausanlage wurden 1997 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Johann Staber - Johann Staber (geb. 1928 in Klagenfurt) studierte Architektur an der Technischen Hochschule Graz. Sein 1970 mit dem 4. Preis ausgezeichneter Entwurf zur UNO-City in Wien 22 wurde schließlich 1973 bis 1979 realisiert. Von Johann Staber stammen auch die Pläne zum daneben liegenden Austria Center Vienna (1983-1987).

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