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Ziedlergasse 5

Fakten

Ziedlergasse 5

Ziedlergasse 5, 1230 Wien

Baujahr: 1927-1928

Wohnungen: 27

Architekt: Wilhelm Mucha

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Wohnhaus Ziedlergasse 5 wurde in den Jahren 1927/28 in unmittelbarer Nähe zum Kirchenplatz, dem ursprünglichen Ortskern von Atzgersdorf, errichtet. Die als Gassengruppendorf um 1120 gegründete Gemeinde, die als eines von acht Dörfern 1938 in den Bezirk Liesing eingegliedert wurde, ist noch heute im Bereich um den Kirchenplatz in seiner ursprünglichen Struktur erkennbar, auch wenn die meist eingeschoßige, historische Bausubstanz etappenweise von mehrstöckigen Wohnhäusern abgelöst wird. Charakteristisch für diesen Wandel ist die in Entstehungszeit und Höhe stark differierende Verbauung mit Vor- und Rücksprüngen in der Straßenfront.

Die Architektur

Das kleine Volkswohnhaus, das anstelle des ehemaligen Armenhauses in Atzgersdorf errichtet wurde, besteht aus einem viergeschoßigen Gassentrakt (inkl. ausgebauter Dachgaupe) und einem rechtwinkelig anschließenden Hoftrakt. Im Gebäude sind insgesamt 27 Wohnungen untergebracht. Durch das zentrale mit Steingewänden gefasste Haustor gelangt man in den kleinen, begrünten Innenhof der Anlage. Die Hausfront des Hoftraktes ist charakterisiert durch Mauervor- bzw. -rücksprünge sowie durch verschieden dimensionierte mehrteilige Fenster. Die Straßenfront ist im Gegensatz dazu sehr schlicht gehalten und wird durch homogene Fensterreihen gegliedert. Auffallend sind die Betonung des Gesimses zwischen Erdgeschoß und erstem Stockwerk durch ein farblich abgesetztes, breites Mauerband sowie das vorkragende Traufgesims und die mittige dreifenstrige Flachgaupe, die die Fassade nach oben hin abschließen. Weitere Akzente setzen die mit Klinkersteinen versehenen Sohlbänke.

... und die Kunst

Im Giebelfeld des mittigen Eingangstors befindet sich eine Kartusche mit dem Wappen der Gemeinde Atzgersdorf. Über dem reliefierten "A" ist das Jahr "1639" eingelassen. Zudem ist das Entstehungsjahr des Baus "1927" links und rechts des Wappens festgehalten.

Der Name

Die ehemalige Feldgasse wurde 1954 nach dem Kämpfer der Arbeiterbewegung und Maschinisten Franz Ziedler (1867-1917) benannt.

Sanierung

von 2003 bis 2005

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 bis 2005 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade und die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde eine Gas-Kombi-Therme eingebaut und der Spielplatz instand gesetzt. Die Kosten beliefen sich auf 1.223.300 Euro, davon konnten 894.399 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Wilhelm Mucha - Keine biografischen Daten vorhanden.

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