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Jakob-Sommerbauer-Straße 3

Fakten

Jakob-Sommerbauer-Straße 3

Jakob-Sommerbauer-Straße 3, 1230 Wien

Baujahr: 1850

Wohnungen: 3

Architekt: unbekannt unbekannt

Wohnen in Wien

Im 19. Jahrhundert wuchs als Folge der massiven Industrialisierung die Arbeiterschicht stark an, die Einwohnerzahl Wiens explodierte, vor allem auch durch den Zuzug aus den ländlichen Gebieten der Donaumonarchie. Die nötigen Wohnungen wurden nahezu ausschließlich von Privaten gewinnorientiert gebaut. Mietskasernen mit so genannten "Bassena-Wohnungen" - Zimmer, Küche, Wasser und WC auf dem Gang - entstanden. Viele mussten diese kleinen Wohnungen (zwischen 20 und 30 Quadratmetern) noch mit Bettgehern und Untermietern teilen, um die Miete zahlen zu können. In den Jahren des Ersten Weltkrieges stagnierte die Bautätigkeit.

Geschichte

Der Gemeindebau befindet sich in Kalksburg, das im Jahr 1188 erstmals urkundlich erwähnt wurde und damals im Besitz der Babenberger stand. Der Ort liegt am Rand des südlichen Wienerwalds, nahe dem Lainzer Tiergarten. Die Breitenfurter Straße, die Meidling, Liesing und Breitenfurt verbindet, durchquert den Ortskern mit dem Kirchplatz. Der Name der Ortschaft leitet sich von der Familie der Chalbsperger ab, die ebenfalls 1188 erstmals aufscheint. Zeitweise wurde sie auch Kalbsberg, Kalksdorf und Kadoltsperg genannt.

Zwischen 1609 und 1773 war die Herrschaft im Besitz der Jesuiten, wobei der Ort 1683 von der 2. Wiener Türkenbelagerung schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach der Auflösung des Ordens 1773 gelangte die Herrschaft von Kalksburg und Mauer an den Hofjuwelier Franz von Mack. Er ließ den Landsitz "Mon Perou" zu einem Schloss mit Landschaftsgarten ausbauen und sorgte für den Bau der Pfarrkirche. Als Sommerfrischeort nahm die Gemeinde schließlich einen leichten Aufschwung. Valentin von Mack vereinigte 1832 die Grundherrschaft Kalksburg-Mauer mit Liesing, was bis zum Revolutionsjahr 1848 aufrechtblieb. Im Jahr 1856 kehrten die Jesuiten nach Kalksburg zurück und gründeten das Kollegium Kalksburg, eine bis heute bestehende katholische Privatschule.

1938 wurde die bislang selbstständige niederösterreichische Gemeinde Teil des neu gegründeten Wiener Gemeindebezirks Liesing. Das Wohnhaus liegt südlich des Liesingbaches nach einer kleinen Brücke auf einer länglichen Parzelle am Rande des Wienerwalds, die Anfang des 20. Jahrhunderts geteilt wurde.

Die Architektur

Das zweigeschoßige Wohnhaus steht, durch einen kleinen Vorplatz etwas von der Straße zurückversetzt, auf einer schmalen Grünfläche und ist mit einem Walmdach ausgestattet. Gegen Süden Richtung Wienerwald schließt ein größeres Trafogebäude an, das fast bis zur Hälfte des Obergeschoßes reicht. Die Geschoße sind durch ein einfaches Gurtgesims voneinander getrennt. Das breite Kranzgesims unter dem hohen Dach ist hingegen dreifach profiliert. Die Straßenfassade ist vierachsig ausgeführt. Die Fenster mit Oberlichten liegen in erhöhten, profilierten, hellgrauen Rahmungen und haben vorstehende Sohlbänke.

Durch ein seitliches Gartentor gelangt man zur nördlich gelegenen Eingangsseite, die dem Liesingbach zugewandt ist. Dort flankieren zwei zugemauerte Fensterachsen die Aufgangsachse. Der Eingang liegt über einem dreistufigen Treppchen in einer profilierten Umrahmung, die über dem Rauputzsockel endet. Die Holztür mit hoher Oberlichte ist ab der halben Höhe auf beiden Seiten des Setzholzes mit zwei Scheiben verglast. Ein zartes Schmiedeeisengitter ziert sowohl diese als auch die geteilte Oberlichte. In die eternitverkleidete Hoffassade sind die Fenster unregelmäßig eingeschnitten. Hier schließt ein kurzer, ebenerdiger Zubau mit Flachdach an, der gleichzeitig an das Trafohaus grenzt. Zwei dreiflügelige Fenster, eines an jeder frei liegenden Seite, sind die einzigen Öffnungen. Ein kleiner, gemauerter Schuppen steht gegenüber dem Zubau direkt am Zaun.

Der Name

Die Jakob-Sommerbauer-Gasse wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt nach Jakob Sommerbauer, dem Ortsrichter von Mauer, benannt. Er war auch Bürgermeister von Kalksburg und wurde 1809 von französischen Soldaten in den Napoleonischen Kriegen erschossen.

Architekten

unbekannt unbekannt -

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