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Rennbahnweg 27

Fakten

Rennbahnweg 27

Rennbahnweg 27, 1220 Wien

Baujahr: 1973-1977

Wohnungen: 2424

Architekt: Walter Vasa, Fritz Gerhard Mayr, Brigitte Wiedmann

Weitere Adressen

Lieblgasse 2, 1220 Wien

Austerlitzgasse , 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Der Wohnbau liegt in Kagran, einer ehemals eigenständigen Gemeinde, die heute ein Stadtteil des Bezirkes Donaustadt ist. Die Ortschaft Kagran wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt, wurde 1904 in den 21. Bezirk eingemeindet und gehört seit 1938 zum damals neu geschaffenen 22. Wiener Gemeindebezirk. Der einstige Ortskern befand sich am Kagraner Platz, der südlich der Wohnhausanlage verläuft. In den 1970er-Jahren wurde auf einer Wiese, die bis dahin als Aushilfsrennbahn des Wiener Trabrennvereins fungierte, die damals größte Wohnsiedlung Österreichs erbaut.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus sechs weitläufigen Höfen, die in Plattenbauweise errichtet wurden und um einen langgestreckten Innenhof angeordnet sind. Im Westen ist ein breiter Garagenblock angelegt, der für die Abschirmung des Wohnbaus vom Straßenlärm sorgt. Die Anlage besticht vor allem durch die Höhe der einzelnen Wohntrakte, in bis zu 16 Geschoßen sind insgesamt rund 2400 Wohnungen untergebracht. Zwischen der nördlichen und der südlichen Hofreihe befindet sich ein Ladenzentrum, durch das man in den zentralen Hof gelangt. Die Geschäfte sind entlang einer Promenade aufgereiht, die von einer Glas- und Stahlkonstruktion überdacht ist. Der erste Wohnkomplex an der Ecke Wagramer Straße/Rennbahnweg ist als nach Süden offener Hof angelegt. Die Fläche wird von mehreren kleinen Plätzen mit Spielmöglichkeiten und Stufensystemen eingenommen. Die restlichen fünf Höfe sind in der Art von zusammenhängenden, geschlossenen Vierkanthöfen angeordnet und über mehrere Durchgänge von allen Seiten zugänglich. Die Fassaden werden durch unzählige Fensterachsen, Balkone und Loggien gegliedert, blockartig vorspringende Fassadenteile geben der Anlage plastischen Charakter. Die Anordnung der einzelnen Fensterachsen, gelegentlich vorkommende Schaubetonachsen und farbliche Akzente rhythmisieren die gesamte Fassadengestaltung. Die Wohntrakte sind von allen angrenzenden Straßen aus über Durchgänge erreichbar und durch Wege und Grünflächen miteinander verbunden. In die Anlage sind neben Wiesenflächen und Sitzmöglichkeiten auch mehrere Kinderspielplätze und Sportplätze integriert. Im Osten schließen ein Schulkomplex mit einem Jugendzentrum und ein Kindergarten mit einem Tageshort an die Wohnhausanlage an.

... und die Kunst

Im zentralen Hof, der hinter dem Ladenzentrum liegt, befindet sich eine Brunnenanlage mit einer vegetativen Skulptur von Hans Muhr (geb. 1934). Im gleichen Hofabschnitt gibt es eine Plastik von Karl Anton Wolf (1908 - 1989), die den Titel "Dynamik" trägt. Diese Stahlskulptur wird ab dem 2. Juli 2013 bis zum 4. Jänner 2014 in der Ausstellung "Die 70er Jahre" im MUSA - Museum auf Abruf zu sehen sein. Die Plastik wird im Bereich vor dem Museum in der Felderstraße neben dem Rathaus ausgestellt und nach ca. zwei Jahren auf den alten Standort zurückversetzt. Ein Bildstock mit der Darstellung des Hl. Christophorus ist auf einem Wiesenstück gegenüber dem Schuleingang aufgestellt.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, ist seit 1928 nach der Rennbahn benannt, die sich ursprünglich auf dem Gelände befunden hat. Der Wiener Trabrennverein hat bis in die 1970er-Jahre auf dem Areal der heutigen Wohnhausanlage eine Aushilfsrennbahn betrieben.

Sanierung

von 2009 bis 2010

In der Wohnhausanlage wurden ab 1995 bis 2003 verschiedene Erhaltungs- und Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Im Jahr 2009 wurden barrierefreie Zugänge vor einzelnen Stiegenhauseingängen geschaffen. Die Kosten für diese Verbesserungsmaßnahmen beliefen sich auf gesamt 192.700 Euro, davon konnten 107.900 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Walter Vasa - Walter Vasa (1924-2002) war für die Gemeinde Wien vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Errichtung mehrerer großer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Anlagen Karl-Metschl-Gasse 13-23 in Wien 16 (1953/54) und Schüttaustraße 20-40 in Wien 22 (1954-1956).

Fritz Gerhard Mayr - Fritz Gerhard Mayr (geb. 1931) studierte von 1954-1957 bei Lois Welzenbacher und Roland Rainer an der Akademie der bildenden Künste in Wien. In Zusammenarbeit mit dem Bildhauer Fritz Wotruba entstand die Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit in Wien-Mauer. Mayrs Arbeiten reichen von Schulen über Bürogebäude bis hin zu Wohnhäusern, wie jenes in der Beheimgasse 59 in Wien 17.

Brigitte Wiedmann - Brigitte Wiedmann (geb. Kaym, 1925-2002; auch Kiesewetter-Kaym) ist die Tochter des bekannten Architekten Franz Kaym. Sie studierte ab 1943 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante sie unter anderem zusammen mit Heinz Reiter den Josef-Illedits-Hof in Wien 3 (Kärchergasse 3-13, 1953/54) und die Anlage Wienerbergstraße 14 in Wien 12 (1959/60). Das Wohnhaus Rudolf-Zeller-Gasse 69 in Wien 23 (1969/70) entwarf Wiedmann gemeinsam mit Friedrich Albrecht.

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