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Polgarstraße 25

Fakten

Polgarstraße 25

Polgarstraße 25, 1220 Wien

Baujahr: 1967-1968

Wohnungen: 135

Architekt: Oskar Payer, Peter Payer

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Polgarstraße 25 wurde im Zuge der nördlichen Erweiterung der ersten Plattenbausiedlung "Siebenbürgerstraße/Erzherzog-Karl-Straße" auf dem Areal des Kleingartenvereins "An der Rugierstraße 22" errichtet und bildet gemeinsam mit der Wohnhausanlage Pogrelzstraße 2 eine formale Einheit.

Die Architektur

Die neungeschoßige, aus fünf Häusern gleichen Typs bestehende Wohnanlage liegt parallel zur Polgarstraße. Diesen Wohnhaustyp findet man u.a. auch in Teilen der Großfeldsiedlung, im ersten Bauteil der Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost sowie im Bundesländerhof. Er setzt sich aus drei typisierten Zwei-Zimmer-Wohnungen mit je einer in der Fassade integrierten Loggia zusammen. Die Wohnhausanlage zählt zur ersten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen, die vorrangig durch die freistehende Zeilenbebauung gekennzeichnet ist. Die geradlinigen Baukörper liegen ausschließlich parallel bzw. orthogonal zueinander und sind Ausdruck einer äußerst rationellen Bauweise.
Das Wohngebäude ist unterkellert, wobei der Keller um ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt und so die - auch farblich abgesetzte - Sockelzone bildet. Die Fassadenrasterung ist eine typische Erscheinungsform für in Plattenbauweise errichtete Wohngebäude - sie wurde bei der Ende der 1990er-Jahre durchgeführten thermischen Sanierung überdeckt. Die einzelnen Wohnhäuser unterscheiden sich durch die neue Farbgebung des Putzes, insbesondere an der Westfassade, voneinander. Darüber hinaus gliedert eine vertikale Loggienreihe je Haus die Westfassade. Die Ostfassade wird von fünf Lifttürmen dominiert. Diese markieren gleichzeitig - in Kombination mit Betonvordächern, die von zwei Stahlsäulen gestützt werden - die Eingänge. Die beiden Giebelseiten sind fensterlos.

Der Name

Im Jahr 1965 entstand im Zuge der Stadterweiterung die Polgarstraße - als Namensgeber gilt der in Wien geborene Kritiker, Schriftsteller und Übersetzer Alfred Polgar (1873-1955). Polgar arbeitete zunächst als Redakteur bei der "Wiener Allgemeinen Zeitung". Zwischen 1918 und 1933 hielt er sich vorwiegend in Berlin auf und emigrierte von dort über Prag in die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg erklärte er Zürich zu seiner Wahlheimat und publizierte in verschiedenen deutschsprachigen Zeitungen.

Architekten

Oskar Payer - Oskar Payer (1903-1973) erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er die Staatsgewerbeschule in Wien besuchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich vor allem für eine Verbesserung der Wohnkultur sowie auch für die Funktionalität der Wohnung selbst ein. Dies stellte er u.a. in zahlreichen Publikationen, wie z.B. "Die praktische Wohnungskunde", und als Obmann des Vereins "Die Frau und ihre Wohnung" unter Beweis. Für die Stadt Wien plante Oskar Payer gemeinsam mit seinem Sohn Peter Payer mehrere Tausend Wohnungen, allen voran die zahlreichen Montagebau-Wohnungen.

Peter Payer - Peter Payer wurde am 5. Dezember 1932 in Wien geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule sowie an der Akademie der angewandten Kunst in Wien und diplomierte im Jahr 1956 bei Prof. Franz Schuster. Gleich seinem Vater Oskar Payer konzentrierte er sich auf die Verbesserung der Wohnkultur sowie die Rationalisierung des Wohnungsbaus. Zahlreiche Publikationen zeugen vom Engagement der beiden Architekten. Neben der Planung Tausender Wohnungen für die Gemeinde Wien entwarfen Oskar und Peter Payer auch Möbel und gründeten das Einrichtungshaus "Payer-Dekor". Im Jahr 1970 erhielten sie den Staatspreis für ein Sitzliegemöbel.

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