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Pogrelzstraße 2

Fakten

Pogrelzstraße 2

Pogrelzstraße 2, 1220 Wien

Baujahr: 1967-1968

Wohnungen: 127

Architekt: Peter Payer, Oskar Payer

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Pogrelzstraße 2 wurde im Zuge der nördlichen Erweiterung der ersten Plattenbausiedlung "Siebenbürgerstraße/Erzherzog-Karl-Straße" auf dem Areal des Kleingartenvereins "An der Rugierstraße 22" errichtet und bildet gemeinsam mit der Wohnhausanlage Polgarstraße 25 eine formale Einheit.

Die Architektur

Auf dem Grundstück nördlich des Kagraner Angers wurden fünf viergeschoßige Wohnblöcke mit insgesamt 16 Häusern gleichen Typs in Plattenbauweise errichtet. Diesen Wohnhaustyp findet man u.a. auch in Teilen der Großfeldsiedlung, im Rudolf-Köppl-Hof oder im Bundesländerhof. Er setzt sich aus zwei typisierten Drei-Zimmer-Wohnungen mit je einer in der Fassade integrierten Loggia zusammen. Die Wohnhausanlage zählt zur ersten Generation der Wiener Plattenbausiedlungen, die vorrangig durch die freistehende Zeilenbebauung gekennzeichnet ist. Die geradlinigen Baukörper liegen ausschließlich parallel bzw. orthogonal zueinander und sind Ausdruck einer äußerst rationellen Bauweise. Die Abstände zwischen den einzelnen Gebäuden wurden häufig durch die Dimension der Montagekräne bestimmt. Vier Blöcke stehen parallel zum Kagraner Anger (Nord-Süd-Ausrichtung), der fünfte entlang der Pogrelzstraße und somit orthogonal zu den anderen vier Wohngebäuden (Ost-West-Ausrichtung).
Das Wohngebäude ist unterkellert, wobei der Keller um ein halbes Geschoß aus dem Terrain ragt und so die - auch farblich abgesetzte - Sockelzone bildet. Die Fassadenrasterung ist eine typische Erscheinungsform für in Plattenbauweise errichtete Wohngebäude - sie wurde bei der Ende der 1990er-Jahre durchgeführten thermischen Sanierung überdeckt. An der Süd- bzw. Westfassade befinden sich Loggien, die rund 20 cm aus der Fassadenebene vorrücken und somit die Zeilenbauten ein wenig strukturieren. Den Abschluss des Flachdaches bildet ein umlaufendes, gesimsartiges, etwa 40 cm hohes Farbband. Die Eingänge zu den Stiegenhäusern sind durch zwei Betonvordächer gekennzeichnet, die von Stahlsäulen gestützt werden. Die darüber gelegenen Stiegenhausfenster sind von vertikalen, gefärbten Putzstreifen hinterlegt.

Der Name

Johann Pogrelz (1629-1700) war von 1670 bis 1690 Pfarrer in Kagran. Während seiner Amtszeit ließ er die Kirche St. Georg zu Kagran ausbauen und vergrößern. Darüber hinaus beteiligte er sich mit finanziellen Mitteln am Aufbau einer Schule.

Architekten

Peter Payer - Peter Payer wurde am 5. Dezember 1932 in Wien geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Hochschule sowie an der Akademie der angewandten Kunst in Wien und diplomierte im Jahr 1956 bei Prof. Franz Schuster. Gleich seinem Vater Oskar Payer konzentrierte er sich auf die Verbesserung der Wohnkultur sowie die Rationalisierung des Wohnungsbaus. Zahlreiche Publikationen zeugen vom Engagement der beiden Architekten. Neben der Planung Tausender Wohnungen für die Gemeinde Wien entwarfen Oskar und Peter Payer auch Möbel und gründeten das Einrichtungshaus "Payer-Dekor". Im Jahr 1970 erhielten sie den Staatspreis für ein Sitzliegemöbel.

Oskar Payer - Oskar Payer (1903-1973) erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er die Staatsgewerbeschule in Wien besuchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich vor allem für eine Verbesserung der Wohnkultur sowie auch für die Funktionalität der Wohnung selbst ein. Dies stellte er u.a. in zahlreichen Publikationen, wie z.B. "Die praktische Wohnungskunde", und als Obmann des Vereins "Die Frau und ihre Wohnung" unter Beweis. Für die Stadt Wien plante Oskar Payer gemeinsam mit seinem Sohn Peter Payer mehrere Tausend Wohnungen, allen voran die zahlreichen Montagebau-Wohnungen.

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