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Meißauergasse 2

Fakten

Meißauergasse 2

Meißauergasse 2, 1220 Wien

Baujahr: 1960-1961

Wohnungen: 118

Architekt: Friedrich Schlossberg, Anny Beranek

Weitere Adressen

Meißnergasse 5-9, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Wohnbau liegt nahe der Wagramer Straße, die von der alten Donau über Kagran in Richtung Marchfeld führt. In der Meißauergasse wurden Anfang des 20. Jahrhunderts einige zweigeschoßige Wohn- und Zinshäuser errichtet. Im Osten grenzt die Meißauergasse, in der gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Volksschule gebaut worden war, direkt an den Wohnbau an. Er wurde in den 1960er-Jahren im Zuge der stückweisen Erschließung der frei stehenden Flächen errichtet.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus drei autonomen Bauteilen, die parallel zur Meißauergasse in Zeilenbauweise angelegt sind. Der Wohnbau besticht vor allem durch die einfache und zurückhaltende Gestaltungsweise. Die einzelnen Wohntrakte verfügen durchwegs über vier Geschoße und sind mit Giebeldächern ausgestattet. Die Fassade gliedert sich in mehrere Fensterachsen, die ohne jegliche Dekoration in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Die gleichmäßige Anordnung der zwei- oder dreiteiligen Fenster ist entscheidend für den ausgeglichenen Gesamteindruck der Anlage. Die Stiegenhäuser sind in einem dezenten Grauton gefasst und setzen sich aufgrund der Anordnung der Fenster von der restlichen Fassade ab. Die drei Häuser sind an der Südseite jeweils mit Balkonen versehen, die sich zum Teil über drei Achsen ziehen. Dadurch wird die strenge Gliederung aufgelockert und der Wohnbau öffnet sich nach außen. Die Grünflächen und Wege, die zwischen den einzelnen Gebäuden angeordnet sind, bereichern die gesamte Wohnhausanlage.

... und die Kunst

Vor dem Wohntrakt in der Meißauergasse befindet sich eine Bronzeplastik von Hannes Haslecker. Die Darstellung zeigt einen "Musizierenden Faun" und ist zwischen 1958 und 1962 entstanden. Zwischen den einzelnen Bauteilen sind zwei weitere Figuren angebracht, die beide einen liegenden Jüngling zeigen. Die Plastiken sind aus Naturstein gefertigt und stammen von Andreas Urteil (1960/62) und Franz A. Coufal (1960/62).

Der Name

Die Straße, in der der Wohnbau steht, trug ursprünglich den Namen Ebersdorfer Straße. Seit 1910 ist sie nach dem österreichischen Adelsgeschlecht Meißau benannt. Die Familie wurde 1220 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber bereits seit 1440 ausgestorben.

Sanierung

von 2011 bis 2013

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2011 bis 2013 eine Sanierung durchgeführt. Das Dach wurde neu gedeckt, und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Außerdem wurden die Balkone/Loggien saniert und das Stiegenhaus ausgemalt.

Architekten

Friedrich Schlossberg - Friedrich Schlossberg (1900-1968) studierte von 1919 bis 1921 an der Technischen Hochschule Wien. Er war zunächst in verschiedenen Büros tätig, bevor er sich 1931 als Architekt selbständig machte. Sein einzig dokumentiertes Werk aus dieser Zeit ist die kommunale Wohnhausanlage Custozzagasse 14-18 in Wien 3 (1931). Während des Zweiten Weltkrieges mit einem Berufsverbot belegt, war er nach 1945 am Wiederaufbau der Wiener Secession beteiligt und plante in Zusammenarbeit mit verschiedenen Architekten mehrere Wohnhäuser für die Gemeinde Wien.

Anny Beranek - Anny Beranek (geb. Langer, 1914-1998) studierte ab 1934 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war sie unter anderem an den Entwürfen der Wohnhausanlage Arltgasse 2-16 in Wien 16 (1931-1956) beteiligt.

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