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Wagramer Straße 55-61

Fakten

Wagramer Straße 55-61

Wagramer Straße 55-61, 1220 Wien

Baujahr: 1958-1960

Wohnungen: 231

Weitere Adressen

Anton-Sattler-Gasse 8-12, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Areal der heutigen Wohnhausanlage war lange Zeit Grünland. Auf dem Generalstadtplan der Stadt Wien von 1912 lassen sich entlang der Anton-Sattler-Gasse bereits einige kleine Häuser nachweisen, die der Wohnhausanlage weichen mussten. Die Baubewilligung der heutigen Bebauung datiert aus dem Jahr 1958.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage Wagramer Straße 55 - 61 ist ein gutes Beispiel für den Versuch, verschiedene Wohnformen miteinander in Einklang zu bringen. Es wurden dabei dreigeschoßige Zeilenbauweise, ein achtstöckiges "Hochhaus" sowie ein zweigeschoßiger Bauteil - das "Wohnheim für Alte Leute" - als sozial funktionierende Siedlung miteinander verbunden. Bei den Planungen der Anlage, für die mehrere Architekten verantwortlich zeichneten, war der Architekt Fritz Weber federführend. Die 12 Baukörper wurden derart um ein großes, von Niveauunterschieden dominiertes Grundstück angeordnet, dass in deren Mitte zwei zusammenhängende Gemeinschaftsplätze entstanden. Die seit der Thermosanierung dreifärbig horizontal gestreiften Fassaden der dreigeschoßigen Wohnhäuser werden von zwei- und dreiflügeligen Fenstern rhythmisiert. Das Farbspektrum reicht von Gelb- und Orange- bis zu Grün- und Blautönen, wobei fast jede Zeile ihren eigenen Farbton aufweist. Eine Ausnahme bildet das an der Südwestseite des Areals - stadteinwärts - gelegene Hochhaus, bei dem nur die Balkone einen Farbakzent bieten. Die hellen Eingangsbereiche sämtlicher Bauten der Siedlung sind mit breiten, von Kunststein gerahmten Portalen versehen, deren eine Hälfte eine hölzerne Tür und die andere eine Wand aus Glasbausteinen bildet. Das niedrigste Gebäude der Anlage ist das zweigeschoßige, leicht gegen die Platzmitte gerückte "Altenwohnheim". Dieser Bau zeichnet sich vor allem durch die geringe Anzahl an Stufen und die besonders hellen Korridore aus, die mit einer großflächigen Profilbauverglasung versehen sind.

... und die Kunst

Innerhalb der Wohnhausanlage befinden sich zwei Kunstwerke: die Bronzeplastik "Mutter und Kind" von Eva Mazzucco aus den Jahren 1958-1961 sowie Gabriele Walderts Kunststeinplastik "Pferd", die aus den Jahren 1958 - 1963 datiert.

Der Name

Die Wagramer Straße, früher Hollitscher Straße und dann Kagraner beziehungsweise Leopoldauer Straße, trägt seit 1910 ihren heutigen Namen. Benannt wurde sie nach ihrem Ziel.

Sanierung

von 1986 bis 2006

Der Anschluss an die Fernwärme Wien erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1986 bis 1989. Eine weitere Sanierung wurde von 2004 bis 2007 durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 3.227.580 Euro, davon konnten 943.509 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

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