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Mendelssohngasse 2

Fakten

Mendelssohngasse 2

Mendelssohngasse 2, 1220 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 37

Architekt: Richard Praun

Weitere Adressen

Am Kaisermühlendamm 81-83, 1220 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Wie dem Wiener Generalstadtplan von 1912 zu entnehmen ist, war das Areal der heutigen Wohnhausanlage zur damaligen Zeit bereits parzelliert, die Verbauung der beiden nebeneinander liegenden Parzellen dürfte aber erst 1955 erfolgt sein. Wie alle direkt am Kaisermühlendamm gelegenen Grundstücke haben auch diese seit der Überplattung der Donauuferautobahn in den 1990er-Jahren und der Ausgestaltung des wiedergewonnenen Grünraums zum Naherholungsgebiet wesentlich an Lebensqualität zurückgewonnen.

Die Architektur

Das fünfgeschoßige Gebäude Ecke Mendelssohngasse/Am Kaisermühlendamm ist im sachlichen Stil der 1950er-Jahre gehalten. Diese Wohnhausanlage weist an ihrer Langseite ein teilweise ausgebautes Dachgeschoß auf. Die glatte, gegen Südwesten orientierte und von scharf eingeschnittenen Fenstern dominierte Fassade wird mittels französischer Fenster rhythmisiert. An der Ecke zur Mendelssohngasse ist ein über drei Achsen reichender Rücksprung ausgebildet, wodurch mehr Licht in die Seitengasse gelangen kann. An der Schmalseite des Gebäudes führt ein in der äußersten Achse gelegener Durchgang in einen geschützten Innenhof, von dem aus auch die beiden Stiegenhäuser erschlossen werden. Die großteils noch heute erhaltenen Lüftungsflügelfenster bieten eine energiesparende Möglichkeit der Frischluftzufuhr.

Der Name

Die Mendelssohngasse trägt seit 1873 ihren Namen nach dem bekannten Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 - 1847). Einzig im Zeitraum von 1938-1947 wurde sie Mestrozzigasse genannt.

Sanierung

von 2013 bis 2014

Bei der Sanierung der Wohnhausanalge wurde die oberste Geschoßdecke sowie die Kellerdecke gedämmt und die Fenster und Türen erneuert. Außerdem wurden die Grünanlagen instandgesetzt und die Gegensprechanlage ergänzt. Durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Richard Praun - Richard Praun (1909-1972) studierte ab 1926 an der Wiener Kunstgewerbeschule und im Anschluss an der Akademie der bildenden Künste. Er arbeitete zunächst im Büro von Clemens Holzmeister mit und führte danach zahlreiche Großprojekte für die NS-Rüstung aus. Nach Kriegsende wurde er u. a. mit dem Wiederaufbau des Oberen und Unteren Belvederes betraut. Praun plante aber auch zahlreiche Industriebauten in Wien und Niederösterreich. Für die Gemeinde Wien entstand die Wohnhausanlage Kaisermühlendamm nach seinen Entwürfen.

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