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Lorenshof

Fakten

Lorenshof

Längenfeldgasse 14-18, 1120 Wien

Baujahr: 1927-1928

Wohnungen: 143

Architekt: Otto Prutscher

Weitere Adressen

Arndtstraße 45, 1120 Wien

Klährgasse 2, 1120 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Das Areal des heutigen Lorenshofes war laut der Generalstadtkarten aus den Jahren 1892, 1904 und 1910 unverbaut. Die heute bestehende, von Otto Prutscher errichtete Wohnhausanlage erlitt während des Zweiten Weltkriegs einen Bombentreffer und wurde stark beschädigt. 1948 kam es zur Behebung der Kriegsschäden im gassenseitigen Bauteil der Längenfeldgasse 16. In den 1950er-Jahren wurde im Innenhof, angrenzend an die Zentralwäscherei, ein Einstellraum für Motorräder errichtet.

Die Architektur

Der Lorenshof von Otto Prutscher, einem Schüler Josef Hoffmanns, ist als fünfgeschoßige Blockrandbebauung um einen begrünten Innenhof konzipiert. Die lange Front gegen die Längenfeldgasse wird durch die von Arkadenvorbauten flankierte, zurückspringende Eingangszone sowie durch mehrgeschoßige Erker und Loggien rhythmisiert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Ecklösungen, bei denen abgerundete Loggien über einer Gewölbezone im Erdgeschoß den Übergang zu den Fassaden der Seitenflügel bilden. Neben dieser Gliederung im Großen zeichnet sich der Bau aber besonders durch seine expressionistischen Detailformen, die durchlaufenden Gesimsbänder, den Einsatz von Klinker und den mannigfaltigen, teils figurativen Bauschmuck aus. Hervorzuheben sind hier vor allem die Eingänge zum Kinderhort und der Zentralwäscherei an den Schmalseiten der Wohnhausanlage, beide Einrichtungen sind in pavillonartigen Gebäudeteilen im gärtnerisch gestalteten Innenhof untergebracht.

... und die Kunst

Im Hof der Wohnhausanlage befindet sich eine zentral aufgestellte Plastik, die eine sitzende Frau mit Kind über einem architektonisch ausgeformten Sockel zeigt. Die Figurengruppe wurde 1930 von Rudolf Schmidt geschaffen.

Der Name

Die Benennung der Wohnhausanlage in "Lorenshof" erfolgte bereits am 28.1.1930. Carl Lorens, geboren am 7.7.1851 in Wien, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Wienerliedes. Der Volkssänger, Komponist und Dichter lebte einige Jahre im 12. Wiener Gemeindebezirk, er ist am 12.12.1909 in Wien verstorben und wurde am Meidlinger Friedhof beigesetzt. Eine Tafel im Eingangsbereich erinnert an den Namensgeber.

Sanierung

von 2012 bis 2015

Im Lorenshof wurde in den Jahren 2012 bis 2015 eine Sockelsanierung durchgeführt. Das Dach und die Fenster und Türen wurden erneuert und ein Wärmedämmverbundsystem an der Fassade installiert. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Weiters wurde die Haustechnik erneuert, barrierefreie Eingänge installiert und weitere Instandsetzungsarbeiten vorgenommen.

Architekten

Otto Prutscher - Otto Prutscher (1880-1949) studierte bis 1901 an der Wiener Kunstgewerbeschule und trat nach einem längeren Auslandsaufenthalt in das Büro von Josef Hoffmann ein. Als Mitarbeiter der Wiener Werkstätten beschäftigte er sich zunächst vor allem mit Inneneinrichtungen und stattete unter anderem mehrere Kaffeehäuser aus. Erst später wendete sich Prutscher der Architektur zu und entwarf neben mehreren Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien auch Villen in Baden und Mariazell.

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