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Pirquetgasse 9

Fakten

Pirquetgasse 9

Pirquetgasse 9, 1220 Wien

Baujahr: 1972-1975

Wohnungen: 308

Architekt: Oskar Payer

Weitere Adressen

Ziegelhofstraße 36, 1220 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Die nördlich der Donau liegende Marchfeldebene ist seit dem 11. Jahrhundert systematisch besiedelt worden. Die Donau mit ihren zahlreichen Seitenarmen und der Auengürtel, die die einzelnen Siedlungen voneinander und von der Stadt trennten, erlaubten jedoch keine großflächige Verbauung. Die Voraussetzungen für die bauliche Entwicklung dieses Gebiets wurden erst mit der 1875 abgeschlossenen Donauregulierung geschaffen. Durch neue Brücken und Straßen wurden die großen Baulandreserven, die 1904 nach Wien eingemeindet wurden, von der Stadt aus erschlossen. Prägend für die Donaustadt wurde die Verbauung nach dem Prinzip der Restflächenfüllung ohne integrierendes, übergeordnetes Konzept, an dem auch nach dem Zweiten Weltkrieg festgehalten wurde.

Die Architektur

Die aus Betonfertigteilen errichtete Wohnhausanlage besteht aus T-förmig aneinander gefügten Wohnblöcken. Die Gebäude umfassen bis zu elf Geschoße und umgrenzen weitläufige, begrünte Höfe. Die schlichten Fronten werden in erster Linie durch die gleichmäßig verteilten Fenster strukturiert. Die in das Innere der Bauten integrierten Stiegenhäuser zeichnen sich an der Fassade nur durch ihre versetzt angeordneten Fenster ab. Zum Teil in Paaren angeordnete Loggien durchbrechen die Baumassen und öffnen die Wohnungen zum Grünraum. Breitere Loggienachsen sind den Fassaden vorgelagert, sie treten durch ihre nach vorne verlängerten Balkone besonders markant in Erscheinung. Zusammen mit den flachen Vor- und Rücksprüngen lassen sie die einzelnen Bauabschnitte äußerst abwechslungsreich und bewegt erscheinen.

Im Zuge der Sanierung 2003 wurden die Fassaden mit einem neuen Farbkonzept gestaltet. Jedem Bauteil der Anlage ist eine bestimmte Grundfarbe zugeordnet, wodurch die Orientierung erleichtert werden sollte. Die Nummer der jeweiligen Stiege ist in riesigen Ziffern an der Fassade zu erkennen. Die Farben heben einzelne Bauteile hervor und strukturieren die großen Fassadenflächen.

... und die Kunst

Mehrere Durchgänge verbinden die Höfe untereinander und zur Straße hin. Sie wurden bei der Sanierung 2003 von Studenten der Akademie der bildenden Künste Wien unterschiedlich bemalt.

Der Name

Benannt ist die Pirquetgasse nach dem Kinderarzt Clemens Peter Freiherr von Pirquet (1874-1929). Pirquet studierte Medizin in Wien, Königsberg und Graz, wo er 1900 promovierte. Er war zunächst am St. Anna Kinderspital und später auch in Baltimore/USA und in Breslau/Tschechien tätig. Unter anderem führte er den Begriff "Allergie" in die medizinische Fachsprache ein und entwickelte eine Methode zur Diagnose der Tuberkulose.

Sanierung

von 2003 bis 2005

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 und 2004 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 2.877.900 Euro, davon konnten 959.300 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Oskar Payer - Oskar Payer (1903-1973) erlernte zunächst das Tischlerhandwerk, bevor er die Staatsgewerbeschule in Wien besuchte. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich vor allem für eine Verbesserung der Wohnkultur sowie auch für die Funktionalität der Wohnung selbst ein. Dies stellte er u.a. in zahlreichen Publikationen, wie z.B. "Die praktische Wohnungskunde", und als Obmann des Vereins "Die Frau und ihre Wohnung" unter Beweis. Für die Stadt Wien plante Oskar Payer gemeinsam mit seinem Sohn Peter Payer mehrere Tausend Wohnungen, allen voran die zahlreichen Montagebau-Wohnungen.

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