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Donaufelder Straße 208-214

Fakten

Donaufelder Straße 208-214

Donaufelder Straße 208-214, 1220 Wien

Baujahr: 1951-1952

Wohnungen: 103

Architekt: Jakob Zachar, Josef Fleischer

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Donaufelder Straße bildet eine Verbindung zwischen Floridsdorf und Kagran und mündet östlich des Wohnbaus in den Kagraner Platz. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf der Strecke eine Dampftramway eröffnet, die von Floridsdorf über die Donaufelder Straße und die Hirschstettner Straße bis nach Groß-Enzersdorf geführt wurde. Die Verbauung der Donaufelder Straße bestand vorwiegend aus ländlichen, eingeschoßigen Gebäuden, die zum Teil heute noch erhalten sind. Nahe dem Kagraner Platz gab es bereits um die Jahrhundertwende einige ein- bis zweigeschoßige Wohn- und Mietshäuser. Mit dem Bau der betreffenden Anlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eine Baulücke geschlossen.

Die Architektur

Die Anlage besteht aus einem lang gestreckten Bauteil entlang der Donaufelder Straße und drei weiteren Wohntrakten im Innenhof. Diese sind über den Hof zugänglich und im rechten Winkel zum vorderen Bauteil angeordnet. Während der Straßentrakt vier Stiegen umfasst, reduziert sich die Anzahl der Stiegen in den restlichen Bauteilen jeweils um ein Stiegenhaus. Die ersten beiden Blöcke stehen parallel zueinander und beherbergen drei bzw. zwei Stiegenhäuser. Der letzte Wohntrakt besteht aus einem relativ kleinen Haus mit lediglich fünf Achsen und einer Stiege.

Der Wohnbau besticht vor allem durch seine schlichte und zurückhaltende Gestaltungsweise. Der Großteil der Anlage verfügt über drei Geschoße, nur der westliche Wohntrakt ist mit vier Geschoßen etwas höher angelegt. Die Fassade gliedert sich in Fensterachsen, wobei die Öffnungen scharf in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Alle vier Gebäude schließen mit Giebeldächern ab, die den ruhigen, ausgeglichenen Gesamteindruck der Anlage verstärken. Der sparsame Einsatz von kleinen Balkonen an den Fassaden im Hofbereich sorgt für eine Auflockerung der sonst eher strengen Gliederung.

Der Name

Die Donaufelder Straße wurde zwischen 1838 und 1840 als Verbindung zwischen Floridsdorf und dem Kagraner Platz angelegt. Der Straßenname soll an die ehemalige Gemeinde Donaufeld erinnern, die unter dem Namen "Neu-Leopoldau" gegründet wurde und Anfang des 20. Jahrhunderts in den 21. Wiener Gemeindebezirk eingemeindet wurde.

Sanierung

von 2011 bis 2013

Die Wohnhausanlage wurde von 2011 bis 2013 saniert. Dachdeckung, Dachstuhl und Dachboden, Fenster und Stiegenhaustüren wurden erneuert, wodurch die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden kann. Die Fassade, Sockel und Balkone wurden ebenfalls saniert und der Keller instandgesetzt.

Architekten

Jakob Zachar - Jakob Zachar (1908-1988) war für die Gemeinde Wien vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Realisierung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Wohnhäuser Klausgasse 1-11 in Wien 16 (1954/55) und Franzensbrückenstraße 19 in Wien 2 (1963).

Josef Fleischer - Josef Fleischer (1922-2002) begann 1940 Architektur an der Technischen Hochschule Wien und zugleich Malerei und Bühnenbild an der Akademie der bildenden Künste Wien zu studieren. Nach einer längeren kriegsbedingten Unterbrechung schloss er 1948 sein Architekturstudium ab und war in der Folge als Assistent an der TH Wien tätig. Bereits 1949 machte sich Josef Fleischer als Architekt selbständig, wobei vor allem der Krankenhausbau einen Schwerpunkt in seinem Schaffen bildete. Unter anderem wurden das Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus in Wien 20 (1986), die Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien 3 (1977) und die Hotelfachschule samt Hotel Modul in Wien 18 (1973-1975) nach seinen Plänen errichtet.

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