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Erzherzog-Karl-Straße 84-88

Fakten

Erzherzog-Karl-Straße 84-88

Erzherzog-Karl-Straße 84-88, 1220 Wien

Baujahr: 1951-1952

Wohnungen: 98

Architekt: Otmar Brunner

Weitere Adressen

Viktor-Kaplan-Straße 29, 1220 Wien

Gerambgasse 41-45, 1220 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Das Areal gegenüber dem dominanten Gemeindebau aus den späten 1920er-Jahren war bis zur Errichtung dieser Wohnhausanlage unbebaut. Die Baubewilligung datiert aus dem Jahr 1951, die Benutzungsbewilligung wurde bereits 1953 erteilt. Anstatt der drei vorgesehenen Geschäfte übernahm eine Apotheke den gesamten Ladenteil, der zu Beginn der 1960er-Jahre erweitert wurde.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage Erzherzog-Karl-Straße 84-88 gliedert sich in vier Blöcke, die so angeordnet sind, dass sie trotz der offenen Bauweise einen nahezu geschlossenen Hof ausbilden. Die zweistöckige Anlage mit teilweise ausgebautem Dachgeschoß weist gegen die Erzherzog-Karl-Straße und die Gerambgasse jeweils einen in Nord-Süd-Richtung orientierten Bauteil auf, während zur Viktor-Kaplan-Straße sowie im Hof jeweils ein Gebäude Richtung Ost-West gelegen ist. Die Fassade wird mittels unterschiedlich großer Fenster, die mit grauen Putzfaschen versehen sind, rhythmisiert. Der größte und der kleinste Bauteil sind durch einen ebenerdigen Ladenbau - eine Apotheke - übereck miteinander verbunden, sodass der begrünte Hof von der Straße abgeschirmt wird.

... und die Kunst

An der Ecke Erzherzog-Karl-Straße/Viktor-Kaplan-Straße befindet sich das zu Oskar Bottolis Frühwerken zählende Natursteinrelief "Wochenende" aus den Jahren 1952/53.

Der Name

Der Straßenzug wurde nach dem Feldmarschall Erzherzog Karl (1771-1847) benannt. Der dritte Sohn von Kaiser Leopold II. war 1809 einer der kommandierenden Offiziere in der Schlacht von Aspern, als Napoleon von den österreichischen Truppen geschlagen wurde. An Erzherzog Karl erinnert auch ein Standbild auf dem Wiener Heldenplatz.

Sanierung

von 2006 bis 2007

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen wurde die Wohnhausanlage bereits 1992/93 an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten dafür beliefen sich auf 138.296 Euro, davon konnten 36.718 Euro durch Förderungen gedeckt werden. In den Jahren 2006/07 erfolgte die Instandsetzung der Fassade.

Architekten

Otmar Brunner - Otmar Brunner (1918-1989) studierte ab 1945 bei Erich Boltenstern und Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er das Wohnhaus Teschnergasse 20 in Wien 18 (1966/67) und war in einer größeren Arbeitsgemeinschaft an der Planung zum Harry-S.-Truman-Hof in Wien 23 (1956-1963) beteiligt.

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