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Kraygasse 89

Fakten

Kraygasse 89

Kraygasse 89, 1220 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 27

Architekt: Wilhelm Hubatsch

Weitere Adressen

Am Freihof 33, 1220 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Wohnbau liegt in Kagran, einer ehemaligen Ortschaft, die 1904 in den Bezirk Floridsdorf eingemeindet und später Teil des neu geschaffenen Bezirks Donaustadt wurde. In unmittelbarer Nähe der Anlage befindet sich der Kagraner Platz, der einst das Zentrum des Ortes darstellte. Im Süden schließt die weitläufige Wohnsiedlung "Am Freihof", die ab 1923 errichtet worden ist, an den Wohnbau an. Mit dem Bau der betreffenden Anlage, wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wurde eine Baulücke zwischen dem Kagraner Platz und der Freihofsiedlung geschlossen.

Die Architektur

Der Wohnbau befindet sich fast am Ende der Straße, wo die Kraygasse bereits in den Kagraner Platz übergeht. Im Süden erstreckt sich die weitläufige Wohnsiedlung "Am Freihof", die aus zahlreichen ein- bis zweigeschoßigen Reihenhäusern besteht. Der Wohnbau ist mit drei Geschoßen relativ niedrig angelegt und fügt sich daher gut in die Umgebung ein. Direkt an der Straßenecke Kraygasse/Am Freihof liegen die beiden leicht versetzt aneinander anschließenden Wohntrakte dieser Anlage, wobei der Eckbereich ausgespart ist und von einer Grünfläche eingenommen wird. Die Stiegenhäuser sind über den von der Seitengasse aus erreichbaren Innenhof zugänglich. Die Gestaltung des Wohnbaus weist einen Rückgriff auf die bürgerliche Formensprache der kommunalen Wohnanlagen der Zwischenkriegszeit auf. Fensterachsen mit zweiteiligen, gerahmten Öffnungen gliedern die Fassade. Das Erdgeschoß ist genutet und hebt sich dadurch vom restlichen Bau ab. Einzelne Akzente werden an der straßenseitigen Hauptfassade durch leicht hervortretende Wandflächen gesetzt, die die zwei oberen Geschoße miteinander verbinden; innerhalb dieser Wandvorsprünge sind je zwei größere Öffnungen angeordnet, die in der Art von Balkoneingängen gestaltet sind.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, ist seit 1913 nach dem österreichischen Feldzeugmeister Paul Freiherr Kray von Krajowa benannt (1735-1804). Er trat 1754 in das österreichische Heer ein und war vor allem in Italien an mehreren siegreichen Schlachten beteiligt.

Sanierung

von 2015 bis 2017

Die Wohnhausanlage wurde ab 2015 saniert. Das Dach wurde neu gedeckt, und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt. Weitere Arbeiten umfassten die Haustechnik und die Stiegenhäuser.

Architekten

Wilhelm Hubatsch - Wilhelm Hubatsch (1904-1974) lernte zunächst im Architekturbüro seines Vaters Josef Hubatsch bevor an der Akademie der bildenden Künste bei Peter Behrens sowie an der Technischen Hochschule Wien studierte. In Arbeitsgemeinschaften, unter anderem gemeinsam mit seinem Vater und dem Baumeister Fritz Grüll, sowie selbstständig entwarf er zahlreiche Schul- und Wohnbauten in Wien und Mödling. Für die Gemeinde Wien plante er unter anderem das Wohnhaus Neuwaldegger Straße 19-21 in Wien 17 (1956). Ein besonderes Anliegen war Wilhelm Hubatsch aber die Verbesserung von Schulbauten, für die eigene Modelle entwickelte, bekannt als "Hubatsch-Schulen". Als seine herausragendste Arbeit gilt das BRG XIX, Krottenbachstrasse 11-13 in Wien 19 (1964-1966).

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