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Steigenteschgasse 11

Fakten

Steigenteschgasse 11

Steigenteschgasse 11, 1220 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 15

Architekt: Kurt Nehrer

Weitere Adressen

Steigenteschgasse 11A, 1220 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Der Wohnbau liegt nahe der Wagramer Straße, die von der Alten Donau über Kagran Richtung Marchfeld führt. Nördlich der heutigen Anlage befindet sich der Kagraner Platz, der das einstige Zentrum der ehemaligen Ortschaft Kagran darstellte. Um die Jahrhundertwende war die Wagramer Straße vor allem zwischen dem Kagraner Platz und der Steigenteschgasse mit ein- bis zweigeschoßigen Wohn- und Miethäusern verbaut. Mit dem Bau der betreffenden Wohnhausanlage wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eine leer stehende Fläche erschlossen.

Die Architektur

Die Anlage aus den 1950er-Jahren erstreckt sich auf einem rechteckigen Grundriss. Mit nur drei Geschoßen ist das Gebäude relativ niedrig angelegt und bildet daher einen starken Kontrast zur benachbarten Verbauung. Im Westen schließt ein weiteres Gebäude an das Wohnhaus an, das direkt an der Kreuzung zur Wagramer Straße liegt. Östlich der Anlage gibt es eine kleine freie Fläche, im Anschluss daran erhebt sich ein modernes Wohnhaus mit mehreren Geschoßen.

Der Wohnbau besticht vor allem durch seine geringe Größe, es sind lediglich 15 Wohnungen darin untergebracht. Die Fassade verfügt über zehn Achsen und erfährt so eine deutliche Betonung der horizontalen Ausrichtung. Ein Gesims trennt das Erdgeschoß von den restlichen beiden Stockwerken. Die Fassade gliedert sich in mehrere Fensterachsen mit abwechselnd zwei- und dreiteiligen Fenstern, die sich durch ihre profilierte Rahmung von der glatten Wandfläche absetzen. Die Wohnungen sind auf zwei Stiegen verteilt. Die beiden Stiegenhäuser sind im ersten und zweiten Stockwerk zum Teil in flachen Erkern untergebracht und über zwei Eingänge von der Straßenseite aus zugänglich. Der Innenhof liegt nördlich der Anlage und ist mit mehreren Gärten für die Bewohner ausgestattet.

Der Name

Die Steigenteschgasse hieß ursprünglich Kainzgasse und ist seit 1909 nach dem Generalmajor August Ernst Freiherr von Steigentesch (1774-1826) benannt. Er diente unter Erzherzog Karl in den Napoleonischen Kriegen und avancierte zum Generaladjutanten von Fürst Schwarzenberg. Neben seiner militärischen Laufbahn war er auch als Schriftsteller und Verfasser zahlreicher Lustspiele tätig.

Sanierung

von 1995 bis 1997

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1995 bis 1997 Fenster und Türen erneuert. Außerdem wurden in die Wohnungen Gas-Kombi-Thermen eingebaut. Die Kosten beliefen sich auf 134.808 Euro, davon konnten 20.808 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Kurt Nehrer - Kurt Nehrer (1910-1965) studierte an der Technischen Hochschule Wien, wo er die Meisterschule von Siegfried Theiß besuchte, in dessen Büro er auch vorübergehend beschäftigt war. Nach seiner Promotion 1935 war er vor allem mit der Einrichtung von Spitälern, Lazaretten und Ordinationsräumen beschäftigt. Während des Zweiten Weltkrieges plante er neben Lazarettbauten auch mehrere Fliegerhorste. Nach 1945 etablierte er sich als Privat- und Industriearchitekt.

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