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Langobardenstraße 207

Fakten

Langobardenstraße 207

Langobardenstraße 207, 1220 Wien

Baujahr: 1932-1933

Wohnungen: 20

Architekt: Adolf Stöckl

Wohnen in Wien

Zu Beginn der 1930er-Jahre wurde der kommunale Wohnungsbau durch die zunehmend schlechte Wirtschaftslage massiv eingeschränkt. Um für die arbeitslose Bevölkerung trotzdem Wohnraum und Beschäftigung schaffen zu können, ging die Stadt dazu über, am Stadtrand liegendes Bauland zu erschließen und so genannte "Erwerbslosensiedlungen" zur Verfügung zu stellen. Die Siedlungshäuser wurden von den späteren Bewohnern nach einem vorgegebenen Bebauungsplan selbst errichtet. Durch die Ausschaltung des Parlaments und die Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung verlor Wien 1934 den Status eines eigenen Bundeslandes. Der Wohnbau kam so gut wie zum Erliegen, und die Arbeitslosigkeit stieg weiter. Der wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung versuchte die Stadt entgegenzuwirken, indem sie Bauland zur Gründung autarker Wohneinheiten bereitstellte und so die Bewohner aus dem Elend der traditionellen Arbeiterbezirke an den grünen Stadtrand absiedelte.

Geschichte

Die Wohnhausanlage Langobardenstraße 207 wurde in den Jahren 1932 - 1933 auf einem an den Asperner Heldenplatz angrenzenden Grundstück errichtet. Ursprünglich befand sich in den Kellerräumen des gemeinsam mit dem benachbarten Schulgebäude errichteten Wohnhauses eine Filiale der Städtischen Bücherei, doch deren Räumlichkeiten wurden bereits 1935 zu einem heute noch bestehenden Kindergarten umgebaut. Die Benützungsbewilligung für das Gebäude datiert aus dem Jahr 1934.

Die Architektur

Die dreigeschoßige Wohnhausanlage mit teilweise ausgebautem Dachgeschoß in der Langobardenstraße wurde Anfang der 1930er-Jahre gemeinsam mit der benachbarten Schule vom Architekten Adolf Stöckl errichtet. Das symmetrisch um das zentrale Stiegenhaus angelegte Gebäude gliedert sich in einen breiten Mitteltrakt und rückspringende, einachsige Seitentrakte, wobei die abgerundeten Balkone im ersten und zweiten Stock eine Verklammerung der einzelnen Bauteile darstellen. Besondere Beachtung verdienen die über Eck geführten Fenstergesimse der Obergeschoße und die beiden von Blumen und Früchten umgebenen Putti, welche die Eckpfosten der Erdgeschoßfenster auf besondere Weise hervorheben.

... und die Kunst

An den Eckpfosten der Erdgeschoßfenster befinden sich zwei Putti in Form von Atlanten des Keramikers Russ-Paintl.

Der Name

Die Langobardenstraße - ehemals Grenzstraße beziehungsweise Stadlauer Straße - trägt seit 1910 ihren heutigen Namen. Sie wurde nach dem Volksstamm der Langobarden benannt.

Sanierung

von 2008 bis 2009

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2008 und 2009 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Erneuerung des Dachs umfassten die Arbeiten auch die Instandsetzung der Fassade sowie der Fenster und Türen. Die Gesamtkosten betrugen 584.000 Euro, davon konnten 374.490 Euro durch Förderungen abgedeckt werden.

Architekten

Adolf Stöckl - Adolf Stöckl (1884-1944) studierte von 1902 bis 1907 an der Technischen Hochschule Wien bei Karl König und Karl Mayreder. 1911 trat er in das Wiener Stadtbauamt ein, wo er vor allem im Schul- und Gesundheitswesen tätig war. Sein bedeutendstes Werk ist die zu ihrer Entstehungszeit 1924/25 wegweisende Kinderübernahmestelle (für verwahrloste oder verwaiste Kinder) in Wien 9. Stöckl war aber auch am Bau zahlreicher Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt.

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