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Oswald-Redlich-Straße 36

Fakten

Oswald-Redlich-Straße 36

Oswald-Redlich-Straße 36, 1210 Wien

Baujahr: 1982-1984

Wohnungen: 180

Architekt: Harry Glück, Johannes (Hannes) Lintl

Weitere Adressen

Kürschnergasse 11, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Großfeldsiedlung liegt im Stadtteil Leopoldau, am Ostrand des 21. Bezirks, Floridsdorf. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Leopoldau 1120 als "Eipeltau". Seit 1904 gehört die bis dahin selbständige Gemeinde zu Wien. Das Gebiet war ursprünglich von zahlreichen Wasserarmen der Donau durchzogen. Die großflächige städtebauliche Entwicklung begann erst nach der 1875 abgeschlossenen Donauregulierung um den Platz Am Spitz und im Viertel um den Kinzerplatz. Neben ausgedehnten kommunalen Wohnhausanlagen entstand in der Zwischenkriegszeit im Bereich der Nordbahn auch die Erwerbslosensiedlung Leopoldau (1932). Teile von ihr sind noch heute in der Nordrandsiedlung erhalten. Südlich der Nordbahn wurde das Siedlungsgebiet ab den 1960er-Jahren mit der Großfeldsiedlung überbaut. Entlang der Oswald-Redlich-Straße wurden Anfang der 1980er-Jahre vier von Harry Glück und Hannes Lintl geplante Wohnbauten der Großfeldsiedlung integriert, die unter den Adressen Oswald-Redlich-Straße 36 und Pastorstraße 22 als zwei getrennte Wohnhausanlagen verwaltet werden.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage Oswald-Redlich-Straße 36 besteht aus einem langen, die Oswald-Redlich-Straße überspannenden Wohnblock und einem kleineren, parallel dazu liegenden Gebäude an der Kürschnergasse. Die Bauten gliedern sich in unterschiedlich hohe Bauteile, die versetzt aneinander gekoppelt sind und bis zu acht Geschoße umfassen. Die Fronten sind komplett mit Aluplatten verkleidet und werden durch Achsen schmaler, französischer Fenster und breiter, dreiteiliger Fenster rhythmisch gegliedert. Die unterschiedlichen Fensterformen sorgen für eine ausgewogene Gewichtung von vertikalen und horizontalen Linien. Zahlreiche Rück- und Vorsprünge lassen die Fronten äußerst bewegt und beinahe wie gefaltet erscheinen; ein Eindruck, der durch die gewellte Plattenverkleidung unterstützt wird. Die auf den gemeinsamen Hof ausgerichteten Fronten werden von großzügigen Loggienachsen durchschnitten, deren nackte Betonbauteile sich markant von der Alufassung abheben. Um den unteren Geschoßen eine ausreichende Versorgung mit Tageslicht zu gewährleisten, sind die Baumassen hier terrassenartig vorgestuft. Farbliche Akzente setzen die Fensterbrüstungen und Eingangstüren, die an jedem Wohnblock in einer anderen Farbe gehalten sind.

... und die Kunst

Zwischen den beiden Wohnblöcken befinden sich die drei Frauenskulpturen: "Eingeschnürte" von Gabriele Berger, "Fordernde" von Josef Kaiser und "Liegende" von Eduard Diem.

Der Name

Benannt ist die Straße nach dem österreichischen Historiker Oswald Redlich (1858-1944). Redlich studierte Geschichte und Geographie in Innsbruck und in Wien. Einen Namen machte er sich vor allem als Urkundenforscher und -herausgeber (z. B. zu Rudolf von Habsburg). Oswald Redlich war 1911/12 Rektor der Universität Wien.

Sanierung

von 2010 bis 2012

Die Wohnhausanlage wird seit 2010 saniert. Das Dach wird instand gesetzt und durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie der Fassade sollen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Harry Glück - Harry Glück wurde 1925 in Wien geboren. Nach einer Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung als Bühnenbildner in Österreich, Deutschland und der Schweiz studierte er Architektur an der Technischen Hochschule in Wien, wo er 1960 sein Studium abschloss. Ab 1966 führte er eine Bürogemeinschaft mit Werner Höfer und Carl Auböck; ab 1975 arbeitete er mit Tadeusz Spychala, Rudolf Neyer und anderen zusammen. Er verfasste zahlreiche Publikationen zu seinem Arbeitsschwerpunkt, dem sozialen Wohnbau. In Wien plante er unter anderem den Neubau des Franz-Josefs-Bahnhofs, das Wohnhaus in der Angeligasse (10. Bezirk; 1969-1971), die Wohnhausanlage in der Heiligenstädter Straße 131-135 (19. Bezirk; 1971-1974), die Wohnhausanlage in der Magdeburgstraße (22. Bezirk; 1973-1975), den Wohnbau in der Hadikgasse 128-134 (14. Bezirk; 1974-1977), die Wohnhausanlage "Marco-Polo-Gründe" (21. Bezirk; 1974-1979) und das Bezirkszentrum am Elterleinplatz 9-12 in Wien 17 (1984-1986).

Johannes (Hannes) Lintl - Hannes Lintl (1924-2003) studierte 1941/42 und von 1945 bis 1949 Innenarchitektur und Möbelbau bei Carl Witzmann an der Wiener Kunstgewerbeschule. Lintl war vorwiegend in größeren Architektengemeinschaften an verschiedensten Bauprojekten beteiligt, wie unter anderem an der Errichtung des ehemaligen IBM Hauptverwaltungsgebäudes am Praterstern in Wien 2 (1989-1992), am Generali-Center auf der Mariahilfer Straße 77-79 in Wien 6 (1970-1976) und an der Errichtung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien 9 (ab 1968). Sein bekanntestes Bauwerk ist aber der Donauturm auf dem WIG-Gelände in Wien 22 (1961-1964).

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