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Mühlweg 43

Fakten

Mühlweg 43

Mühlweg 43, 1210 Wien

Baujahr: 1963-1965

Wohnungen: 270

Weitere Adressen

Waltenbergergasse 2, 1210 Wien

Roggegasse 2a, 1210 Wien

Eichfeldergasse 1, 1210 Wien

Berlagasse 2, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Grundstücke, auf denen sich die heutige Wohnanlage befindet, waren zuvor größtenteils in Privatbesitz und gehörten dem Chorherrenstift Klosterneuburg und der Eisenbahngesellschaft der Republik Österreich. Sie wurden vor allem landwirtschaftlich und als Gärten genutzt. Die Gemeinde Wien erwarb das Areal Ende der 1950er-Jahre. Die Grundstücke wurden geräumt, allfällige Baukörper abgetragen. Zusammen mit der benachbarten Anlage in der Berlagasse 1 wurde zu Beginn der 1960er-Jahre die Errichtung dieser Anlage beschlossen. Die Wohnanlage am Mühlweg ist der zweite Bauteil der beiden von derselben Architektengruppe geplanten Anlagen. Ein Wohnhaus wurde bereits zeitgleich mit der Anlage in der Berlagasse errichtet. Es beherbergt Wohnungen für ältere Menschen. Die Anlage war 1965 bezugsbereit und blieb seither in ihrem äußeren Erscheinungsbild weitgehend unverändert.

Die Architektur

Die Anlage erstreckt sich zwischen Mühlweg, Berlagasse und Eichfeldergasse. Es handelt sich hier um den zweiten Bauteil der gemeinsam geplanten Anlagen Berlagasse 1 und Mühlweg 43. Architektonisch ist dieser Zusammenhang sehr deutlich. 27 Stiegen sind zu acht, parallel zur Berlagasse angeordneten Zeilen gekoppelt. Die Eingänge liegen an den Nordostseiten und können über Wege, die durch die Anlage führen, erreicht werden. Balkone und Loggien sind nach Südwesten ausgerichtet. Die Gestaltung der Fassaden ist schlicht und typisch für die frühen 1960er-Jahre. Akzente werden vor allem durch farbliche Differenzierungen der Bauelemente gesetzt. Das Fassadenbild wird dadurch entschieden gelockert und eine weitergehende architektonische Gliederung der Baukörper ersetzt. Die Eingangsbereiche sind durch farbige Wandfelder in den Signalfarben Orange und Blau markiert. An ihren Flanken befinden sich jeweils zwei Reihen von paarweise angeordneten kleineren Rechteckfenstern. An den Südwestseiten der schlichten Blöcke setzen Balkone und Loggien mit orangen und blauen Brüstungen auf vertieften Wandfeldern auf. Auf eine weitere Gliederung der Baukörper wurde hier verzichtet. Die Hauptgesimse unterhalb der flachen Giebeldächer sind überall durchgängig. Entlang der Roggegasse befindet sich ein Wohnhaus mit Wohnungen für ältere Menschen, welches über eine Rampe leicht zu erreichen ist. Dieses stammt bereits aus der Bauzeit der Anlage in der Berlagasse (ab 1962). Schlichte Formensprache, hoher Wohnkomfort, eine großzügig angelegte, öffentliche Grünanlage sowie die Zeilenform der Wohnblöcke sind die wesentlichen Merkmale dieses architektonischen Entwurfs.

Der Name

Der Mühlweg wurde noch vor 1910 nach der Wegverbindung zu den einstigen Schiffsmühlen benannt. Diese befanden sich vor der Donauregulierung (1870-1875) an den alten Donauarmen.

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