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Edergasse 1-3

Fakten

Edergasse 1-3

Edergasse 1-3, 1210 Wien

Baujahr: 1962-1964

Wohnungen: 132

Architekt: Josef Hirner, Richard Gach, Karl Wegscheider, Ilse Vana-Schiffmann, Josef Vytiska, Alexis Franken, Josef Ludwig Kalbac, Kurt Steiner, Leopold Liebl, Karl Eder

Weitere Adressen

Kantnergasse 68, 1210 Wien

Berzeliusgasse 17, 1210 Wien

Brünner Straße 138, 1210 Wien

Kantnergasse 67, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Um die Jahrhundertwende gab es in der Umgebung des heutigen Wohnbaus ausschließlich unverbaute landwirtschaftliche Nutzflächen. Vor dem Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit wurden östlich der Brünner Straße die ersten kommunalen Wohnbauten errichtet. In den 1960er-Jahren wurde mit dem Bau der betreffenden Anlage eine Lücke an der Brünner Straße nordöstlich der älteren Wohnbauten geschlossen.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den 1960er-Jahren verläuft östlich der Brünner Straße und besteht aus mehreren autonomen Bauteilen. Der erste Wohntrakt erstreckt sich entlang der Edergasse über einem rechteckigen Grundriss. Nördlich davon befinden sich zwei weitere Bauteile, die parallel zueinander stehen. Ein langgestreckter Trakt entlang der Berzeliusgasse schließt die Wohnhausanlage nach Osten hin ab. An der Ecke Edergasse und Berzeliusgasse wird die schlichte Fassade von einem frühen Wohnbau aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg abrupt unterbrochen. Zwischen den einzelnen Wohntrakten sind begrünte Flächen angelegt und Wege führen zu den Stiegenaufgängen. Die Anlage verfügt über vier Geschoße und besticht vor allem durch die schlichte Gestaltungsweise. Die Fassade gliedert sich in Fensterachsen, wobei die Öffnungen knapp in die glatte Wandfläche eingeschnitten sind. Mehrere Balkonachsen an der Hofseite und an den restlichen Wohntrakten sorgen für eine gewisse Auflockerung des zurückhaltend gegliederten Wohnbaus. In den 1980er-Jahren wurde die Wohnhausanlage um einen ebenerdigen Bauteil an der Brünner Straße erweitert, in dem Geschäftslokale untergebracht sind.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, ist seit 1914 nach Jakob Eder (1842-1908) benannt. Er war als Oberlehrer tätig und war darüber hinaus sehr engagiert im Gemeinderat von Großjedlersdorf.

Sanierung

von 2015 bis 2017

Die Wohnhausanlage wird saniert. Unter anderem werden das Dach instandgesetzt, die Fassade gedämmt und die Fenster und Türen getauscht bzw. erneuert. Dadurch werden die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter und die Umweltbelastung gesenkt.

Architekten

Josef Hirner - Josef Hirner (geb. 1926) studierte von 1948 bis 1954 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien war er etwa an den Plänen zur Wohnhausanlage Edergasse 1-3 in Wien 21 (1962-1964) beteiligt.

Richard Gach - Richard Gach (1930-1991) studierte Architektur bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Abschluss arbeitete er zunächst im Büro von Wilhelm Hubatsch, bevor er sich Anfang der 1960er-Jahre als Architekt selbstständig machte. Richard Gach plante vor allem Schulen für die Stadt Wien und war an der Errichtung einiger Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa dem Wohnhaus Edergasse 1-3 in Wien 21 (1962-1964). Nach seinen Plänen wurde aber auch die Sparkasse Mistelbach in Niederösterreich ausgeführt (1964-1966).

Karl Wegscheider - Zur Ausbildung des Architekten Karl Wegscheider (geb. 1908) sind keine Daten bekannt. Für die Gemeinde Wien war er in einer größeren Arbeitsgemeinschaft an den Entwürfen zur Wohnhausanlage Edergasse 1-3 in Wien 21 (1962-1964) beteiligt.

Ilse Vana-Schiffmann - Ilse Vana-Schiffmann (1927-2005) studierte an der Technischen Hochschule Wien, wo sie 1953 auch promovierte. Ab 1956 war sie als freischaffende Architektin in Wien tätig, wobei sie sich vor allem auf den Bereich "Altengerechtes Wohnen" spezialisierte. Zusammen mit Otto Nobis plante sie die Pensionistenheime in Wien Penzing (1973), Döbling (1968), Jedlersdorf (1983) und Liebhartstal (1967). In einer Arbeitsgemeinschaft mit Kurt Vana, Gerhard Vana und Karin Müller-Reineke beteiligte sie sich auch an der Sanierung des Ringturmes und nahm am Wettbewerb zur Erweiterung der Technischen Universität Wien teil. Vana-Schiffmann war auch Mitglied der Wahlkommission und Vorsitzende des Schlichtungsausschusses der Ingenieurkammer sowie Prüfungskommissär für die Abnahme der ZT-Prüfung.

Josef Vytiska - Josef Vytiska (1905-1986) besuchte zunächst die Wiener Kunstgewerbeschule bei Carl Witzmann und Oskar Strnad, bevor er von 1925-1929 an der Akademie der bildenden Künste bei Peter Behrens studierte. Nachdem er sich als Architekt selbstständig gemacht hatte, konnte er sich mit dem Bau der Kirche St. Josef in der Wohnhausanlage Sandleiten in Wien 16 (1936) als Spezialist für Kirchenbau etablieren. Unter dem NS-Regime wurde er aufgrund seiner tschechischen Herkunft jedoch mit einem Berufsverbot belegt. Nach Kriegsende wirkte er als Architekt entscheidend am Wiederaufbau von Wien mit. Neben dem Bau von mehreren Kirchen, die aus Kostengründen zum Teil in die Wohnhäuser integriert sind, war er auch an der Errichtung zahlreicher Wohnhäuser beteiligt. Nach seinen Entwürfen wurden etwa die Allerheiligenkirche in Wien 20, Vorgartenstraße 56 (1949-1959), der Leopold-Figl-Hof am Morzinplatz in Wien 1 (1963-1967) oder das Hotel Capricorno am Schwedenplatz in Wien 1 (1963) erbaut.

Alexis Franken - Der in Belgien geborene Alexis Franken (1921-1969) studierte Architektur in Brüssel, wo er zunächst auch als Architekt tätig war. 1948 kam Alexis Franken nach Wien. Hier arbeitete er vorwiegend an veschiedenen Großprojekten von Georg Lippert mit, entwarf aber auch eigenständig zahlreiche Wohnbauten, wie etwa die Wohnhausanlage "Ursulinenhof" in Wien 18, Gentzgasse 14-20. Alexis Franken war auch an der Planung zum Hauptgebäude der Arbeiterkammer in Wien 4, Prinz-Eugen-Straße 20-24 (1957-1960) beteiligt.

Josef Ludwig Kalbac - Josef Ludwig Kalbac (1902-1980) studierte nach Abschluss einer handwerklichen Lehre bei Oskar Strnad an der Kunstgewerbeschule Wien Architektur. Als gelegentlicher Mitarbeiter im Büro Josef Hoffmanns war er unter anderem an den Inneneinrichtungen von dessen Reihenhäusern in der Wiener Werkbundsiedlung (1931/32) beteiligt und errichtete gemeinsam mit Hoffmann einen Wohnbau für die Gemeinde Wien im 5. Bezirk in der Blechturmgasse 23-27. Neben industriellen Holzhäusern für eine Wohnsiedlung in Wien Schwechat 1940/41 entstanden auch zahlreiche Projekte für Einfamilienhäuser und Siedlungen; im Jahr 1948-51 errichtete Josef Kalbac den Gemeindebau in der Malfattigasse 27-31.

Kurt Steiner - Zur Ausbildung des Architekten Kurt Steiner (1927-1973) sind keine Daten bekannt. Für die Gemeinde Wien war er in einer größeren Arbeitsgemeinschaft an den Entwürfen zur Wohnhausanlage Edergasse 1-3 in Wien 21 (1962-1964) beteiligt.

Leopold Liebl - Leopold Liebl (1888-1971) studierte um 1919 Architektur bei Karl Krauß an der Akademie der bildenden Künste, wo er auch im Fach Malerei eingeschrieben war. Leopold Liebl plante unter anderem den Umbau des gründerzeitlichen Hauses Mariahilfer Straße 122 in Wien 7 (um 1932). Für die Gemeinde Wien war er an den Entwürfen der Wohnhausanlage Edergasse 1-3 in Wien 21 (1962-1964) beteiligt.

Karl Eder - Karl Eder (1904-1978) studierte von 1925 bis 1928 an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er die Meisterklasse von Clemens Holzmeister besuchte. Im Anschluss war er als freischaffender Architekt an der Errichtung von zwei Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt: am Josef-Rautmann-Hof in Wien 14 (Hauptstraße 97) und am Wohnhaus Justgasse 29 in Wien 21. Auch die Auferstehungskapelle am "Friedhof der Namenlosen" in Wien 11 wurde nach seinen Plänen errichtet.

Freie Lokale

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