Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Kahlgasse 9-11

Fakten

Kahlgasse 9-11

Kahlgasse 9-11, 1210 Wien

Baujahr: 1952-1953

Wohnungen: 32

Architekt: Rudolf Bazalka

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Bis zur großen Donauregulierung 1870 bis 1875 floss die Donau in weit verzweigten Armen, immer wieder gab es schwere Hochwasserschäden. Im Zuge der Donauregulierung wurde der Hauptarm des Flusses zum stehenden Gewässer und erhielt den Namen "Alte Donau". Im Bereich des heutigen Wohnbaus in der Kahlgasse verlief vor der Regulierung ein Donauarm, der das Festland von der damaligen Insel Mühlschüttel trennte.

Die Architektur

Kurz bevor die Kahlgasse in den Kinzerplatz mündet, liegt der Wohnbau aus den 1950er-Jahren. Die Anlage fällt vor allem durch die schlichte Gestaltung auf und sorgt zwischen zwei Bauten aus der Gründerzeit für ein abwechslungsreiches Straßenbild. Das Erdgeschoß und die mittleren drei Achsen sind von der restlichen Fassade farblich abgesetzt. Auf diese Weise kommt es zu einer Dreiteilung der Fassade, bei der die Mitte deutlich betont wird. Dennoch liegt der Eingang zum Hof auf der linken Seite. Die Fenster der neun Achsen erstrecken sich in regelmäßigen Abständen über die fünf Geschoße. Im Bereich des Dachgeschoßes wird die dreigeteilte Gliederung und Betonung der Mitte in Form von Dacherkern fortgesetzt.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, ist seit 1894 nach dem Tischlermeister Josef Kahl benannt. Er war zwischen 1846 und 1849 der letzte Ortsrichter und ging als erster Bürgermeister von Floridsdorf (1849-1861) in die Geschichte ein.

Sanierung

von 1988 bis 1988

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen im Jahr 1988 erfolgte unter anderem auch der Lifteinbau. Die Kosten beliefen sich auf 173.325 Euro und konnten vollständig durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Rudolf Bazalka - Rudolf Bazalka (1916-2004) studierte von 1936 bis 1942 Architektur bei Franz Schuster und Carl Witzmann an der Wiener Kunstgewerbeschule. Als selbständiger Architekt entwarf Bazalka unter anderem die Gemeindebauten Kahlgasse 9-11 in Wien 21 (1952/53) und Bessemerstraße 10-16 in Wien 21 (zusammen mit Othmar Augustin, 1957-1959). Außerdem war er in einer größeren Architektengemeinschaft an der Errichtung der kommunalen Wohnhausanlage Goldschlagstraße 148-158 in Wien 14 beteiligt (ab 1951).

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+