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Morelligasse 1-3

Fakten

Morelligasse 1-3

Morelligasse 1-3, 1210 Wien

Baujahr: 1968-1971

Wohnungen: 114

Architekt: Robert Tuma

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Auf einem Teil des Grundstücks, auf dem heute dieser Wohnbau steht, befand sich ursprünglich ein Gebäude aus den 1920er-Jahren, dessen Eingangsbereich in der Mühlschüttelgasse lag. Das Haus verfügte über ein Geschoß und diente vor allem zu Wohnzwecken. In den 1920er-Jahren wurde auch noch ein Pferdestall an das Gebäude angebaut. Das Althaus wurde vor der Errichtung der neuen Anlage zur Gänze abgetragen.

Die Architektur

Am Anfang der Morelligasse, zwischen Kirchhoffgasse und Mühlschüttelgasse, liegt der Wohnbau aus den späten 1960er-Jahren. Die Hauptfassade in der Morelligasse fällt vor allem durch die schlichte Gliederung in fünf Geschoße und insgesamt elf Achsen auf. Dadurch wird die Horizontale deutlich betont und das Gebäude erweckt einen kompakten Gesamteindruck. Eine Auflockerung erfährt die einfache Gestaltung durch vier Achsen und die Balkone. Die Aufteilung der Achsen folgt keinem bestimmten Schema, auch die Mitte des Wohnbaus wird keineswegs betont. Nach oben hin wird das Gebäude von einem flachen Dach abgeschlossen.

... und die Kunst

Im Hof des Wohnbaus befindet sich eine Bronzeplastik von Eduard Robitschko (geb. 1915), die einen Knaben mit einem Esel zeigt (1970/71).

Der Name

Die Gasse, in der das Wohnhaus steht, trug ursprünglich den Namen Mühlstraße. Seit 1901 ist sie nach der Musikerfamilie Morelli (Ludwig, 1812-1868, Franz 1810-1859, Ludwig jun. 1843-1911) benannt, die vor allem im Bereich der Volksmusik erfolgreich war.

Sanierung

von 2000 bis 2001

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2000 und 2001 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde das Haus an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 450.900 Euro, davon konnten 150.300 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Robert Tuma - Robert Tuma (geb. 1935) studierte Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo er 1958 die Meisterklasse von Roland Rainer absolvierte. Als freischaffender Architekt war Tuma an der Errichtung zahlreicher Wohnprojekte, aber auch an vielen Bauten der städtischen Infrastruktur beteiligt. Seit 1998 ist Robert Tuma im Ruhestand. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhäuser Kirchhoffgasse 13 und Morelligasse 1-3 (beide in Wien 21, 1968-1971).

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