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Siemensstraße 21-55

Fakten

Siemensstraße 21-55

Siemensstraße 21-55, 1210 Wien

Baujahr: 1950-1954

Wohnungen: 1609

Architekt: Franz Schuster

Weitere Adressen

Lamarckgasse 2-14, 1210 Wien

Reisgasse 4, 1210 Wien

Justgasse 16-22, 1210 Wien

Justgasse 30-36, 1210 Wien

Lamarckgasse 1-13, 1210 Wien

Schleidengasse 8, 1210 Wien

Wankläckergasse 1-31, 1210 Wien

Skraupstraße 2-14, 1210 Wien

Skraupstraße 1-11, 1210 Wien

Scottgasse 2-6, 1210 Wien

Scottgasse 13a, 1210 Wien

Scottgasse 10a, 1210 Wien

Wankläckergasse 23a, 1210 Wien

Wankläckergasse 2-32, 1210 Wien

Scottgasse 1-29, 1210 Wien

Ruthnergasse 39-59, 1210 Wien

Wankläckergasse 25a, 1210 Wien

Wankläckergasse 9a, 1210 Wien

Osergasse 2-12, 1210 Wien

Scottgasse 10-18, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In der Umgebung dieser Wohnsiedlung gab es um 1900 vorwiegend landwirtschaftliche Nutzflächen. In der Zwischenkriegszeit wurden östlich der Brünner Straße mehrere Wohnanlagen und Arbeiterwohnhäuser errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wohnbautätigkeit in Floridsdorf mit mehreren großen Projekten fortgesetzt. Die betreffende Wohnsiedlung entstand ab 1950 auf dem Gebiet der ehemaligen Wankläcker. Die gesamte Anlage wurde - aufgrund ihrer Bedeutung für die städtische Bautätigkeit der Nachkriegszeit - 2001 unter Denkmalschutz gestellt.

Die Architektur

Die Wohnanlage erstreckt sich über einem annähernd dreieckigen Areal zwischen Siemensstraße, Ruthnergasse und Justgasse. Die einzelnen Bauten sind klar strukturiert und in der Art von Reihenhäusern und Zeilenbauten angeordnet. Der Architekt orientierte sich dafür an Teilen der Per-Albin-Hansson-Siedlung West im 10. Bezirk, die er wenige Jahre zuvor geplant hatte. Ein Teil der Häuser entstand im Rahmen des Schnellbauprogramms, das als Soforthilfe für die herrschende Wohnungsnot nach dem Krieg entwickelt wurde. Im Hinblick auf eine spätere Zusammenlegung wurden so genannte Duplex-Kleinwohnungen errichtet. Dementsprechend schlicht fällt die Gestaltung der einzelnen Bauten aus, dennoch erzeugt die Siedlung einen ganz eigenen, in sich geschlossenen Eindruck. Zwischen den einfachen Wohnhäusern verlaufen Straßen und Wege, die Grünflächen sind mit mehreren Spielplätzen ausgestattet. Die Anlage beherbergt einen Kindergarten und ein Volksheim, das 1953/54 begonnen wurde; das Volksheim wurde 1962 - 1964 vom Architekten Harald Bauer erweitert und dient den Bewohnern als Veranstaltungs- und Freizeitzentrum.

... und die Kunst

In einem kleinen Innenhof nahe der Siemensstraße befindet sich eine Natursteinplastik aus dem Jahr 1954. Die Figur stammt von Franz Fischer und zeigt eine junge sitzende Frau, die sich einem aufgeschlagenen Buch auf ihren Knien zuwendet. Eine weitere Natursteinplastik stellt einen sitzenden Mann dar, der seine Beine umfasst und zu sich zieht.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, wurde ursprünglich als Großjedlersdorfer Straße oder Leopoldauer Straße bezeichnet. Seit 1909 ist sie nach dem Erfinder Werner von Siemens (1816 - 1892) benannt. Er erfand 1846 den ersten Zeigertelegrafen und gründete die Telegrafen-Bauanstalt Siemens & Halske, aus der später das Unternehmen Siemens hervorging.

Sanierung

von 1999 bis 2004

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1999 bis 2004 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf 48.704.500 Euro, davon konnten 36.891.173 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Franz Schuster - Franz Schuster (1892-1972) studierte Architektur an der Wiener Kunstgewerbeschule bei Oskar Strnad und Heinrich Tessenow, dessen Mitarbeiter er nach seinem Abschluss wurde. Nach einem Aufenthalt in Dresden wurde er zum Chefarchitekten des Österreichischen Verbandes für Siedlungs- und Kleingartenwesen berufen. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem mit Adolf Loos und Franz Schacherl, war er an der Realisierung der Gemeindesiedlung "Süd-Ost" in Wien 10, Laaer-Berg-Straße 151-203 (1921), der Kriegerheimstätte Hirschstetten I in Wien 22 (1921) sowie der Pioniersiedlung der GESIBA "Denglerschanze" in Wien 21, Josef-Zapf-Gasse 1-37 (1921/22), beteiligt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er der Kommission zur Wiederherstellung des Stephansplatzes an und leitete von 1952 bis 1957 die Forschungsstelle für Wohnen und Bauen der Stadt Wien. In dieser Zeit entstand neben mehreren Kindergärten, Schulbauten und sozialen Einrichtungen auch der Emil-Fucik-Hof in Wien 10, Gudrunstraße 55-103 (1950-1952), nach seinen Plänen.

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