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Werndlgasse 14-18

Fakten

Werndlgasse 14-18

Werndlgasse 14-18, 1210 Wien

Baujahr: 1933-1934

Wohnungen: 538

Architekt: Heinrich Schmid, Hermann Aichinger

Weitere Adressen

Pitkagasse 3-7, 1210 Wien

Lottgasse 2-8, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Zu Beginn der 1930er-Jahre wurde der kommunale Wohnungsbau durch die zunehmend schlechte Wirtschaftslage massiv eingeschränkt. Um für die arbeitslose Bevölkerung trotzdem Wohnraum und Beschäftigung schaffen zu können, ging die Stadt dazu über, am Stadtrand liegendes Bauland zu erschließen und so genannte "Erwerbslosensiedlungen" zur Verfügung zu stellen. Die Siedlungshäuser wurden von den späteren Bewohnern nach einem vorgegebenen Bebauungsplan selbst errichtet. Durch die Ausschaltung des Parlaments und die Einführung einer autoritären ständestaatlichen Verfassung verlor Wien 1934 den Status eines eigenen Bundeslandes. Der Wohnbau kam so gut wie zum Erliegen, und die Arbeitslosigkeit stieg weiter. Der wachsenden Unzufriedenheit in der Bevölkerung versuchte die Stadt entgegenzuwirken, indem sie Bauland zur Gründung autarker Wohneinheiten bereitstellte und so die Bewohner aus dem Elend der traditionellen Arbeiterbezirke an den grünen Stadtrand absiedelte.

Geschichte

Entlang der Brünner Straße siedelten sich im 19. Jahrhundert von allem Industriebetriebe und Werkstätten an. Zwischen einem ehemaligen Gaswerk und einer Jutespinnerei wurden in den 1930-Jahren zwei Wohnhausanlagen errichtet. Südöstlich der damals noch unbebauten Grünfläche verlief auf der Nordbahnstrecke die damals wichtigste Eisenbahnlinie von Floridsdorf.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den frühen 1930er-Jahren ist Teil einer Anlage, die von einem Architektenteam geplant und ausgeführt wurde. Die beiden Baublöcke liegen einander gegenüber, lassen aber kein Gesamtkonzept erkennen. Der betreffende Wohnblock verläuft in zwei langgestreckten Teilen von der Werndlgasse in Richtung Süden. Die beiden viergeschoßigen Bauten stehen parallel zueinander und sind zu beiden Straßenfronten hin offen. Durch die Verwendung von gestaffelten Höhen und vorspringenden Bauteilen entsteht ein lebendiger Gesamteindruck. Die Stiegenhäuser sind abwechselnd risalitartig angelegt oder von der restlichen Fassade durch seitliche Vertiefung abgetrennt.

... und die Kunst

In der Mitte des Hofes befindet sich eine Plastik von Wilhelm Frass (1886-1968), die einen Arbeiter mit einem Hammer darstellt. Die originale Figur aus Naturstein wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1954 durch eine Nachbildung vom Gipsmodell ersetzt.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, wurde ursprünglich als Nordbahngasse und später als Rieplgasse geführt. Seit 1913 ist sie nach dem österreichischen Waffentechniker Josef Werndl (1831-1889) benannt. Der gelernte Waffenschmied interessierte sich sehr für moderne Produktionstechniken und entwickelte ein nach ihm benanntes Hinterladegewehr.

Sanierung

von 1997 bis 1999

Der Einbau der Aufzüge erfolgte im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1987/88. Eine umfangreiche Sanierung wurde von 1997 bis 1999 durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Außerdem wurde die Anlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Im Dachgeschoß entstanden 57 neue Wohnungen. Die Kosten beliefen sich auf 18.928.903 Euro, davon konnten 11.756.167 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Heinrich Schmid - Heinrich Schmid (1885-1949) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er die Meisterschule Otto Wagners besuchte. 1912 eröffnete er mit seinem Studienkollegen Hermann Aichinger ein gemeinsames Atelier in Wien, das bald zu einem der führenden Architekturbüros der Zwischenkriegszeit wurde. Neben zahlreichen Wohnhausanlagen wie etwa dem Rabenhof (Wien 3) und dem Julius-Popp-Hof (Wien 5) wurden auch das Hanusch-Krankenhaus (Wien 14, Heinrich-Collin-Straße 30) und das Österreichische Verkehrsbüro (Wien 1, Friedrichstraße 7) nach ihren Entwürfen errichtet.

Hermann Aichinger - Hermann Aichinger (1885-1962) studierte - ebenso wie sein späterer Arbeitskollege Heinrich Schmid - an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Otto Wagner. Das 1912 gegründete Architekturbüro Schmid & Aichinger war das meistbeschäftigte des Wohnbauprogramms des "Roten Wien". Auch in den späten 1930er- und in den 1940er-Jahren erhielt das Büro noch prestigeträchtige Aufträge. In dieser Zeit entstanden unter anderem das Wohn- und Geschäftshaus "Bärenmühle" (Wien 4, Operngasse 18-20) und das RAVAG-Gebäude (Wien 4, Argentinierstraße 30a; gemeinsam mit Clemens Holzmeister).

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