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Schöpfleuthnergasse 8-16

Fakten

Schöpfleuthnergasse 8-16

Schöpfleuthnergasse 8-16, 1210 Wien

Baujahr: 1968-1970

Wohnungen: 137

Architekt: Jakob Strauss, Anton Schmid, Dietrich Wolf, Alfred Bartosch

Weitere Adressen

Karl-Aschenbrenner-Gasse 1, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Der Wohnbau liegt nahe der Floridsdorfer Hauptstraße, die bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts fast durchgängig verbaut war. In der parallel dazu liegenden Schöpfleuthnergasse befanden sich nur vereinzelt ein- bis zweigeschoßige Gebäude. An der Stelle des heutigen Wohnbaus lagen vorwiegend unverbaute und teilweise parzellierte Grünflächen.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den späten 1960er-Jahren verfügt über fünf Geschoße und verläuft direkt entlang der Schöpfleuthnergasse. Hinter dem langgestreckten Bauteil verbergen sich ein Hof und zwei weitere dazugehörige Bauten. Der Wohnbau besticht vor allem durch die schlichte Gestaltung und zurückhaltende Gliederung. Durch die Verwendung von unterschiedlichen Farbtönen werden einzelne Achsen zusammengefasst und die Stiegenhäuser akzentuiert. Die einfache Fassade des Eckhauses wird zum Hof hin durch Loggien aufgelockert. Auch an den anderen beiden Bauteilen bleiben Loggien die einzigen Gestaltungselemente, die die glatte Wandfläche unterbrechen.

Der Name

Die Gasse, in der der Wohnbau steht, ist seit 1893 nach Johann Schöpfleuthner (1827-1896) benannt. Der gebürtige Süßenbrunner war in Floridsdorf 1867-1875 und 1882-1896 Gemeinderat.

Sanierung

von 1995 bis 1996

In der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 1995 und 1996 Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Jakob Strauss - Der in Klagenfurt geborene Jakob Strauss (1910-1989) studierte Architektur bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Bereits während des Studiums arbeitete er im Atelier von Clemens Holzmeister mit. Im Zweiten Weltkrieg wurde er eingezogen und kämpfte bis zum Ende des Krieges an der Eismeerfront in der Arktis. Nach 1945 machte sich Jakob Straus als Architekt selbständig. Einer seiner frühen Aufträge war das Seniorenheim "Haus Norwegen" in Steindorf am Ossiacher See (K). Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlage in der Schöpfleuthnergasse 8-16 in Wien 21 (1968-70). Neben Wohnbauten konnte er auch Kindergärten und Schulen realisieren und war eine Zeit lang als Architekt für die Österreichischen Draukraftwerke tätig.

Anton Schmid - Über die Ausbildung des in Mährisch Ostrau/Tschechien geborenen Anton Schmid (1904-1991) gibt es keine Informationen. Für die Gemeinde Wien war er an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa der Anlagen Wirerstraße 6-14 in Wien 10 (1955/56) und Schöpfleuthnergasse 8-16 in Wien 21 (1968-1970).

Dietrich Wolf - Dietrich Wolf (1932-1984) studierte ab 1953 bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. Unter anderem war er für die Gemeinde Wien an den Plänen zur Wohnhausanlage Schöpfleuthnergasse 8-16 in Wien 21 (1968-1970) beteiligt.

Alfred Bartosch - Alfred Bartosch (1901-1969) studierte ab 1920 Architektur bei Franz Krauss und Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste Wien. Bartosch war vorwiegend in größeren Architektengemeinschaften an der Errichtung mehrerer Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien beteiligt, wie etwa am Dr.-Ellenbogen-Hof in Wien 20 (Brigittenauer Lände 148-154, 1959-1961) und an der Anlage Landstraßer Hauptstraße 173-175 in Wien 3 (1953-1956).

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