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Donaufelder Straße 44

Fakten

Donaufelder Straße 44

Donaufelder Straße 44, 1210 Wien

Baujahr: 1931-1932

Wohnungen: 92

Architekt: Walter Sobotka

Weitere Adressen

Fultonstraße 31, 1210 Wien

Ferdinand-Pölz-Gasse 9, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Ein großer Teil der Donaufelderstraße war bereits um 1900 durchgängig verbaut. Auf beiden Seiten der Straße befanden sich meist ein- bis zweigeschoßige Wohnbauten mit kleinen Geschäftslokalen. Die Verbauung war zum damaligen Zeitpunkt kurz vor der heutigen Fultonstraße abgeschlossen. An der Stelle des derzeitigen Wohnbaus befand sich bereits parzelliertes, aber noch unverbautes Grünland.

Die Architektur

Der Wohnbau aus der Zwischenkriegszeit liegt an der Ecke Donaufelderstraße und Fultonstraße. Der dreiseitige Bau, der bis in die Ferdinand-Pöltz-Gasse reicht, ist um einen zentralen Hof herum angelegt. Die Anlage besticht vor allem durch die zurückhaltende Gliederung und die ungewöhnliche Gestaltung der Eckbereiche. Da ein Bauteil scheinbar nach innen versetzt an den nächsten anschließt, öfnen sich die Ecken des Wohnblocks nach außen. Durch die Verwendung von Loggien an den Ecken und den mittleren Achsen entsteht ein offener und luftiger Gesamteindruck. Die Fenster des viergeschoßigen Gebäudes sind ohne jeglichen Dekor direkt in die glatte Fassade eingeschnitten. Die zurückgenommene und moderne Bauweise der Anlage lässt deutlich die Nähe zur Wiener Moderne und zu Adolf Loos erkennen.

Der Name

Die Straße, in der der Wohnbau steht, ist nach der ehemaligen Ortgemeinde Donaufeld benannt. Die Straße wurde 1840 begradigt und als Verbindung zwischen Floridsdorf und dem Kagraner Platz angelegt. Die Gemeinde trug anfangs den Namen Neu-Leopoldau und wurde 1881 in Neu-Leopoldau mit Mühlschüttel umbenannt. 1886 erhielt die Ortschaft schließlich den Namen Donaufeld, im Jahre 1904 wurde sie in den 21. Bezirk eingemeindet.

Sanierung

von 2003 bis 2005

In der Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2003 bis 2005 eine Sockelsanierung durchgeführt. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten betrugen 2.559.900 Euro, davon konnten 1.727.933 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Walter Sobotka - Walter Sobotka (1888-1972) studierte an der Technischen Hochschule Wien u.a. bei Karl König und Max Fabiani. Er war Mitglied des Österreichischen Werkbundes und stand in enger Verbindung zur Architektengruppe der Wiener Moderne im Umfeld von Adolf Loos und Josef Frank. 1939 emigrierte er in die USA, wo er weiterhin als Möbeldesigner und Architekt tätig war.

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