Mobile Version aus nicht mehr nachfragen

Franklinstraße 20

Fakten

Franklinstraße 20

Franklinstraße 20, 1210 Wien

Baujahr: 1930-1931

Wohnungen: 243

Architekt: Leopold Bauer

Weitere Adressen

Wedekindgasse 1, 1210 Wien

Freytaggasse 11, 1210 Wien

Bodenstedtgasse 6, 1210 Wien

Wohnen in Wien

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Sozialdemokratie bestimmende Kraft im Wiener Rathaus. 1922 wurde Wien ein selbstständiges Bundesland. Damit war auch der Grundstein für das "Rote Wien" gelegt. Neben Reformen im Gesundheits- und Bildungswesen wurde 1923 ein umfangreiches Bauprogramm gestartet, um für die Bevölkerung menschenwürdige Wohnungen zu schaffen - hell, trocken, mit Wasserleitung und WC ausgestattet, waren sie ein krasser Gegensatz zu den Bassena-Wohnungen in den Mietskasernen. Wesentlicher Teil der Anlagen waren Gemeinschaftseinrichtungen wie Bäder, Kindergärten, Waschküchen, Mütterberatungsstellen, Ambulatorien, Tuberkulosestellen, Turnhallen, Bibliotheken etc. Die Stadt Wien errichtete in der Zwischenkriegszeit 63.000 Wohnungen.

Geschichte

Der Wohnbau in der Franklinstraße ist der dritte Bauteil der Anlage Paul-Speiser-Hof. Der Wohnbau befindet sich auf einem Teil jenes Gebietes, das im Zuge der Donauregulierung (1870 -1875) aufgeschüttet und mit Piloten gestützt wurde. Die Anlage entstand ab 1929 in drei aufeinander folgenden Bauphasen, wobei die erste von Hans Glaser und Karl Scheffel ausgeführt wurde. Der zweite Bauteil erstreckt entlang der Franklinstraße und wurde 1930/31 von Ernst Lichtblau geplant. Im Jahre 1931/32 wurde die Anlage in der dritten Bauphase durch Leopold Bauer schließlich vollendet.

Die Architektur

Die große Wohnanlage besteht aus drei unterschiedlichen Baublöcken, die als eigenständige Anlagen betrachtete werden können. Der Wohnbau verfügt über vier Geschoße und ist in Form eines Vierkanthofes angelegt. Die moderne und sachliche Gestaltung des Gebäudes schafft einen starken Kontrast zum benachbarten älteren Bauteil. Die regelmäßigen Fensterachsen und die verglasten Loggien und Balkone sorgen für eine zurückhaltende Gliederung. Die Anlage ist aufgrund ihrer modernen funktionalistischen Bauweise dem Internationalen Stil zuzurechnen.

Der Name

Die Straße, in der sich der Wohnbau befindet, trug ursprünglich den Namen Rudolfsstraße, Seit 1910 ist sie nach dem Amerikaner Benjamin Franklin (1706-1790) benannt. Der vielseitige Staatsmann war unter anderem als Schriftsteller und Philosoph tätig und ging als Erfinder des Blitzableiters und als Gründervater der Vereinigten Staaten in die Geschichte ein.

Sanierung

von 1996 bis 1997

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 1996 und 1997 saniert. Neben der Instandsetzung von Dach und Fassade umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 3.540.100 Euro, davon konnten 1.038.194 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Leopold Bauer - Leopold Bauer (1872-1938), war Schüler von Otto Wagner und galt in seiner Frühzeit als Vorreiter des modernen Bauens, vertrat später jedoch eher konservative Auffassungen. Obwohl Bauer Gegner der Sozialdemokratie war, beteiligte er sich am Wohnbauprogramm der Stadt Wien - so wurde nach seinen Plänen unter anderem der Vogelweidhof (Hütteldorfer Str. 2a, Wien 15) errichtet.

  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf Twitter
  • Teilen auf Google+