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Margarethe-Trappl-Hof

Fakten

Margarethe-Trappl-Hof

Stammersdorfer Straße 50, 1210 Wien

Baujahr: 1957-1959

Wohnungen: 25

Architekt: Friedrich Mimra

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Stammersdorfer Straße galt ursprünglich als Hauptstraße der ehemaligen Gemeinde Stammersdorf. Bereits um die Jahrhundertwende war sie fast durchwegs mit ein- bis zweigeschoßigen Häusern verbaut. Bei vielen dieser Gebäude handelte es sich um alte Weinhauerhäuser, die den dörflichen Charakter des einstigen Weinortes geprägt haben. An der Stelle des heutigen Wohnbaus stand ursprünglich eine alte Scheune, die zu einem benachbarten Haus gehörte.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den späten 1950er-Jahren erstreckt sich auf einem rechteckigen Areal von der Stammersdorfer Straße in Richtung Süden. Die Anlage besteht aus einem straßenseitigen Wohntrakt entlang der Hauptstraße und zwei schräg angeordneten Bauteilen. Diese Trakte liegen im Innenhof und sind über einen Durchgang auf der rechten Seite erreichbar. Der Wohnbau ist mit zwei Geschoßen relativ niedrig angelegt und fügt sich daher gut in das Straßenbild ein. Die gesamte Straße wird vor allem von ebenerdigen alten Weinhauerhäusern oder einstöckigen Gebäuden eingenommen.

Die Fassaden der schlichten Anlage gliedern sich in mehrere Fensterachsen, die aus zwei- bzw. dreiteiligen Fenstern bestehen. Die Fenster von jeweils zwei Achsen sind durch eine farbig eingefasste Fläche miteinander verbunden. Die Fenster der Stiegenhäuser sorgen aufgrund ihrer Anordnung zwischen den Geschoßen sowie ihrer unterschiedlichen Größe für Abwechslung. Die Betonung der horizontalen Ausrichtung unterstreicht den bodenständigen Charakter der flachen Wohnhausanlage.

... und die Kunst

An den Hofseiten des Margarethe-Trappl-Hofs sind über den Stiegenaufgängen dekorative Supraporten angebracht. Die Keramikreliefs (1958/59), die den ersten Wohntrakt schmücken, stammen von Georg Zauner und zeigen "Fischreiher" und "Trappen". Die Reliefs (1957-1961) am zweiten Bauteil von Christa Vogelmayer stellen einen "Wels" und einen "Fischotter" dar. Franz Waldmüller schuf die "Laufenden Hasen" (1957/58) über dem Stiegeneingang des dritten Bauteils.

Der Name

Die Wohnhausanlage in der Stammersdorfer Straße 50 wurde 2010 in Margarethe-Trappl-Hof umbenannt. Margarethe Trappl (1917 bis 2006) widmete sich von ihrer Jugend an der sozialdemokratischen Bewegung. In der Sektion 12 in Stammersdorf wurde sie aufgrund ihres Engagements Sektionsleiterin und war von 1974 bis 1989 Mitglied des SPÖ-Frauenkommitees. 1969 wurde Margarethe Trappl Bezirkrätin im 21. Bezirk - dieses Mandat übte sie bis zum Jahr 1987 aus. Sie setzte sich mit großem Engagement für die Anliegen der Stammersdorfer Bevölkerung ein und arbeitete darüber hinaus mit viel persönlichem Einsatz im Floridsdorfer Heimatmuseum mit. Besonders bemüht war Margarethe Trappl auch als Mitarbeiterin der Volkshilfe, deren Vorsitzende sie von 1972 bis 1991 war. Mitgefühl und Einsatz für Not leidende Mitmenschen im gesamten Bezirk zeigte Margarethe Trappl auch als Mitarbeiterin und später als Vorsitzende der Volkshilfe (1972 bis 1991). Sie musste durch ein Augenleiden ihren Zivilberuf frühzeitig beenden, ihr soziales Engagement blieb bis zu ihrem Tod ungebrochen.

Sanierung

von 2001 bis 2003

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2001 bis 2003 saniert. Neben der Neudeckung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen, und die Fassade wurde mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Dadurch konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 230.200 Euro, davon konnten 71.155 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Friedrich Mimra - Friedrich Mimra (1923-2005) studierte von 1938 bis 1942 und 1946/47 unter anderem bei Otto Niedermoser und Oswald Haerdtl an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Nach seinen Plänen wurde unter anderem das kommunale Wohnhaus Stammersdorfer Straße 50 in Wien 21 (1957-1959) errichtet.

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