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Mengergasse 66-70

Fakten

Mengergasse 66-70

Mengergasse 66-70, 1210 Wien

Baujahr: 1962-1963

Wohnungen: 90

Architekt: Roland Wagner, Raoul Lavaulx

Weitere Adressen

Bessemerstraße 13, 1210 Wien

Schenkendorfgasse 67, 1210 Wien

Bessemerstraße 9, 1210 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Die Gasse, in der die Wohnhausanlage liegt, gehörte ursprünglich zur ehemaligen Ortschaft Donaufeld. Entlang der Donaufelder Straße und weiter nordwestlich gab es bereits Ende des 19. Jahrhunderts Fabriken und ein- bis zweigeschoßige Wohnbauten. Im Bereich des heutigen Wohnbaus befanden sich vor allem unbebaute Ackerflächen. Zwischen den beiden Bauteilen steht heute noch ein Althaus aus dem späten 19. Jahrhundert.

Die Architektur

Der Wohnbau aus den 1960er-Jahren besteht aus zwei autonomen Bauteilen, die entlang der Mengergasse und der Schenkendorfgasse verlaufen. Beide Bauteile weisen einen rechteckigen Grundriss auf und stehen parallel zueinander. Der fünfgeschoßige Wohnbau besticht durch die einfache Gestaltung und zurückhaltende Gliederung. Die glatte Fassade wird lediglich von Fensterachsen durchbrochen, die unterschiedlichen Fenstergrößen erwecken einen lebendigen Eindruck. Die Eingänge und die darüber angeordneten Stiegenhäuser werden mittels einer farbigen Fläche zusammengefasst und akzentuiert. Dacherker und Balkone sorgen für eine Auflockerung der schlichten Anlage.

Der Name

Die Mengergasse hieß ursprünglich Kaiserin-Elisabeth-Gasse; seit 1919 ist sie nach dem österreichischen Juristen Prof. Anton Menger (1841-1906) benannt. Der Sozialpolitiker war sowohl als Professor für Zivilrecht als auch als Dekan und später Rektor der Universität Wien tätig.

Sanierung

von 1995 bis 1998

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1995 bis 1998 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Die Kosten beliefen sich auf 146.072 Euro, davon konnten 73.036 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Roland Wagner - Roland Wagner, geboren 1920, studierte Architektur an der Technischen Universität in Graz und schuf als freier Architekt vorwiegend Wohn- und Schulbauten. Zu seinen bekanntesten Werken zählen eine Eigenheimsiedlung in Laxenburg, der Umbau der Villa Primavesi in Wien 13, Gloriettegasse, die Bundesfachschule für Höhere wirtschaftliche Berufe in Krieglach sowie das Gewerkschaftsheim in Prein/Rax. Beim Wettbewerb des Bundesministeriums "Wohnen morgen" wurde ihm der 1. Preis zuerkannt.

Raoul Lavaulx - Raoul Lavaulx-Vrecourt (1911-1998) studierte Architektur bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er sich als Architekt in Wien selbständig, wo er zuletzt eine Bürogemeinschaft mit Konrad Holzknecht führte. Lavaulx-Vrecourt war vor allem für den Wiederaufbaufonds tätig, für den er zahlreiche Wohnbauten plante. Zudem unterrichtete er 25 Jahre lang an der HTL Schellinggasse in Wien 1.

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