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Treustraße 58-60

Fakten

Treustraße 58-60

Treustraße 58-60, 1200 Wien

Baujahr: 1991-1992

Wohnungen: 59

Architekt: Josef Krawina

Weitere Adressen

Gerhardusgasse 7, 1200 Wien

Wohnen in Wien

In den 1990er-Jahren konzentrierte sich die Stadt Wien neben geförderten Sanierungen hauptsächlich darauf, die Stadt im Nordosten und Süden zu erweitern (21.000 Wohnungen in vier Jahren). In enger Zusammenarbeit mit der Stadtplanung wurden großflächig Siedlungsgebiete erschlossen, so zum Beispiel der Leberberg in Simmering. Die Gemeindebauten, die nun für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich sind, passen sich den modernen Bevölkerungsstrukturen an, indem sie flexible Wohnungen auch für Alleinerziehende, ältere Menschen und Alleinstehende bieten. Zudem sparen sie durch eine nachhaltige Bauweise Betriebskosten und Energie.

Geschichte

Kurz vor Errichtung des Gemeindebaus in der Treustraße 58-60 wurde dort ein viergeschoßiges ehemaliges Schulgebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Es verfügte über einen zweigeschoßigen Hoftrakt, die Fassade an der Gerhardusgasse war schmucklos, in der Treustraße waren die Fenster giebelförmig überdacht. Das Haus wurde nicht mehr als Schule verwendet, sondern diente teilweise als Obdachlosenasyl. Die für den Denkmalschutz zuständige Behörde stellte kein öffentliches Interesse an seiner Erhaltung fest.

Die Architektur

Auffallendstes Gestaltungmerkmal dieser sechsgeschoßigen Eckverbauung sind die vier rautenförmig aus der Fassade gedrehten und über das Dach ragenden Erschließungstürme. Sie werden von flachen, halbrunden Erkern mit französischen Fenstern flankiert. In der grau verputzten Erdgeschoßzone sind neben einer Arztpraxis Wohnungen untergebracht, die sich straßenseitig über Oberlichten, hofseitig auf kleine Gärten öffnen. Die Fenster des sechsten Stocks sind dreiteilig und passen sich den darüber liegenden Mansarden des ausgebauten Dachgeschoßes an. Postmoderne Stilelemente zeigen sich in schlanken, nicht tragenden Säulen beim Haupteingang und im Durchgang zum Hof und in den ausgeprägten, weit überstehenden Satteldächern. Besonders markant sind diese an der aus der Fassadenflucht herausgedrehten Gebäudeecke. Hofseitig lockern rote Brüstungselemente vor den französischen Fenstern sowie mit Rundbögen abschließende Mansarden die glatten, grau verputzten Fassaden auf.

Der Name

Die Treustraße wurde 1869 nach dem mehrfach amtierenden Bürgermeister von Wien (1528-1530, 1532/33, 1536/37) Wolfgang Treu (ca. 1488 bis 1540) benannt. Der Ratsherr leitete mit Graf Salmdie 1529 die Verteidigung Wiens während der Ersten Türkenbelagerung. Eine andere Version zur Namensgebung verweist auf Anton Trey (gest. 1845). Dieser regte den Bau der Straßenverbindung vom Gaußplatz zur Pappenheimgasse an.

Architekten

Josef Krawina - Josef Krawina (geb. 1928) schloss 1955 sein Studium an der Technischen Universität Wien ab. Fünf Jahre später gründete er sein eigenes Atelier in Wien, 1983-1996 hatte er den Lehrstuhl für Entwerfen, Baukonstruktion und Baupraxis an der Technischen Universität Berlin inne. Er gestaltete das Karl-Renner-Denkmal an der Wiener Ringstraße (Porträtkopf von Alfred Hrdlicka) und zeichnet für die Architektur des berühmten Hundertwasserhauses (Wien 3) verantwortlich. Für das Wohnbauprogramm der Stadt Wien entwarf er gemeinsam mit Günther Oberhofer eine Anlage in der Haberlgasse 86 (1973-75, Wien 16).

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