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Burghardtgasse 22

Fakten

Burghardtgasse 22

Burghardtgasse 22, 1200 Wien

Baujahr: 1983-1985

Wohnungen: 18

Architekt: Wilfried Fragner

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, war bis zur Donauregulierung 1870-1875 zu großen Teilen eine Aulandschaft mit Fasangarten, den Josef II. 1775 gemeinsam mit dem Augarten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte. Das Gebiet wurde anfangs hauptsächlich von Fischern, Jägern und Holzfällern bewohnt, später kamen Gärtner und Wirte hinzu. Im 19. Jahrhundert begann man mit dem Anlegen von Küchengärten sowie mit der Ansiedelung der ersten Fabriken. Zu dieser Zeit setzte eine Verbauung des Landes ein, die freilich bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges keineswegs flächendeckend war. Baulücken wurden in großem Umfang erst durch den kommunalen Wohnbau der Ersten Republik geschlossen. Im Jahr 1900 wurde die Umgebung des Gemeindebaus von der Leopoldstadt getrennt und als eigenständiger Bezirk eingerichtet.

Die Architektur

Das sechs Stockwerke hohe Wohnhaus schließt eine Lücke in der geschlossen verbauten Burghardtgasse. Farblich differenzierter Verputz setzt die Sockelzone von den darüber befindlichen Stockwerken ab. Der symmetrisch gegliederte Bau fällt durch die Gestaltung des Mittelteils auf. Fensterbänder, die bis zum letzten Stock reichen, werden in der Zentralachse durch kleine, quadratische Fenster mit diagonaler Unterteilung betont. Am zentralen Fassadenabschnittes tritt das Mauerwerk erkerartig vor und fällt nach den Seitenteilen des Gebäudes in einem flachen Winkel ab. Das mansardenartige Dach ist im Mittelteil rechtwinkelig bis ins oberste Geschoß heruntergezogen und reicht in den einachsigen Flanken bis zum fünften Stock, wodurch die Traufenlinie in den Seitenteilen schräg verläuft. Der dreiachsige Mittelteil der Hoffassade wird von Loggien flankiert. Sowohl an der Straßenfassade als auch an der Front des Hofes setzt der grüne Anstrich der Fenster in der weißen Grundfarbe des Hauses einen markanten Akzent.

Der Name

Die Burghardtgasse erhielt ihren Namen 1868. Die Benennung leitet sich vermutlich von einem vorbabenbergischen Markgrafen ab.

Architekten

Wilfried Fragner - Wilfried Fragner (geb. 1941) studierte von 1962 bis 1969 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1970 die zweite Staatsprüfung ablegte. Unter anderem wurden nach seinen Plänen für die Gemeinde Wien der Aldo-Moro-Hof in Wien 18, Antonigasse 41 (1985/86), und das Wohnhaus Burghardtgasse 22 in Wien 20 (1983-1985) errichtet.

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