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Johann Böhm Wohnhausanlage

Fakten

Johann Böhm Wohnhausanlage

Brigittaplatz 1-2, 1200 Wien

Baujahr: 1960-1961

Wohnungen: 436

Weitere Adressen

Jägerstraße 47, 1200 Wien

Pappenheimgasse 18-28, 1200 Wien

Johann-Böhm Wohnhausanlage , 1200 Wien

Jägerstraße 47, 1200 Wien

Pappenheimgasse 18-28, 1200 Wien

Johann-Böhm Wohnhausanlage , 1200 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

An der Stelle des Gemeindebaus stand zuvor das Gasthaus Ockermüller, in dem Gespräche zwischen Bürgermeister Dr. Karl Lueger und dem Gemeinderat Lorenz Müller stattfanden, die schließlich am 24. März 1900 zur Abtrennung des 20. vom 2. Bezirk und somit zur Selbstständigkeit der Brigittenau führten. Aufgrund der stärkeren Bevölkerungszunahme und der Ausweitung der verbauten Gebiete war eine gesonderte Verwaltung notwendig geworden.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage besteht aus drei quer zum Brigittaplatz angeordneten Häusern mit je vier Stiegen sowie zwei Häusern mit je drei Stiegen entlang der Pappenheimgasse. Die Errichtung in Zeilenbauweise ist ein beliebtes städtebauliches Modell der 1960er-Jahre. Jedes Wohnhaus ist acht Geschoße hoch und schließt mit einem flachen Walmdach ab, das auf einem umlaufenden Dachgesims aufsitzt. Vier der fünf Scheiben sind 25 Fensterachsen lang, einzig das aus der Reihe springende Wohnhaus in der Pappenheimgasse 18-22 zählt nur 17 Fensterachsen. Die Gestaltungselemente sind bei allen fünf Wohnhäusern gleich, werden aber in ihrer Anordnung und Farbgebung von Baukörper zu Baukörper variiert: Richtung Süden sind drei Doppel- und eine Einzelbalkonreihe orientiert, die sich abwechselnd am linken bzw. rechten Rand der Fassaden befindet. Die glatten Putzfassaden sind in einzelne unterschiedlich große und farbige Felder aufgeteilt und lagern auf einem breiten Putzsockel auf. Alle vier Richtung Jägerstraße und die beiden zum Hannovermarkt zeigenden Stirnfassaden verfügen über zusätzliche Balkone. Die Nordfassaden sind als einfache Lochfassaden mit dreiflügeligen Fenstern ausgeführt, die durch die drei bzw. vier raumhoch verglasten Stiegenhäuser in regelmäßige Abschnitte unterteilt werden.

... und die Kunst

In der Grünanlage befindet sich eine freistehende, durchbrochene Wand aus 30 farbig glasierten Terrakottaplatten von Leopold Schmid: 15 davon zeigen Kutschen aus der Zeit zwischen 1886 und 1900, die 15 anderen zeigen Automobile zwischen 1899 und 1958.
Zwei Steinplastiken stellen Tiere dar: der "Sitzender Eisbär" von Trude Fronius (1961) und der "Bär mit Jungem" von Mathias Hietz (1962).
Zwischen der Wohnhausanlage und dem Hannovermarkt steht ein Gedenkstein mit einer Marmortafel, die an die Trennung des 20. vom 2. Bezirk erinnert.

Der Name

Die Wohnhausanlage wurde 1966 nach Johann Böhm (1886-1959), einem Gewerkschafter aus Niederösterreich, benannt. Böhm war SPÖ-Gemeinderat, Begründer und erster Präsident (1945-1959) des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Als Ehrenbürger der Stadt Wien erhielt er ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.

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