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Treustraße 62

Fakten

Treustraße 62

Treustraße 62, 1200 Wien

Baujahr: 1950-1951

Wohnungen: 19

Architekt: Alois Plessinger

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Im Hof des Gemeindebaus befand sich ein ebenerdiges Gebäude der städtischen Straßenreinigung, das schließlich 1983 abgetragen wurde. Die Grünflächen der Wohnhausanlage sind im gründerzeitlichen Straßenraster dadurch überdurchschnittlich großzügig ausgefallen.

Die Architektur

Trotz der bewusst reduzierten Fassadengestaltung im Wohnbau der 1950er-Jahre findet man bei diesem Gemeindebau eine ausgeprägte Erdgeschoßzone vor, die sich durch eine horizontale Nutung und ein Gesimsband deutlich von den darüber liegenden, glatt verputzten fünf Hauptgeschoßen abhebt. Der Schönbrunner-gelbe Anstrich erinnert an Wohnbauten des Historismus. Sowohl die straßen- als auch die hofseitige Fassade sind symmetrisch gegliedert, nur der Durchgang zum Hof und Stiegeneingang befindet sich am äußeren Rand. Der Durchgang ist wie der hohe Sockel grau gestrichen. Die sechs Fensterachsen sind über unterschiedlich breite Fensterformate zu je zweien zusammengefasst; alle Fenster der Obergeschoße sind mit dunkelgelb verputzten Fensterfaschen eingerahmt. Ein dezentes Dachgesims schließt den Bau nach oben ab und nimmt die Höhe des linken Nachbargebäudes auf.

Der Name

Die Treustraße wurde 1869 nach dem mehrfach amtierenden Bürgermeister von Wien (1528-1530, 1532/33, 1536/37) Wolfgang Treu (ca. 1488-1540) benannt. Der Ratsherr leitete mit Graf Salmdie 1529 die Verteidigung Wiens während der Ersten Türkenbelagerung. Eine andere Version zur Namensgebung verweist auf Anton Trey (gest. 1845). Dieser regte den Bau der Straßenverbindung vom Gaußplatz zur Pappenheimgasse an.

Sanierung

von 2002 bis 2002

In der Wohnhausanlage wurden im Jahr 2002 diverse Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 284.800 Euro, davon konnten 66.643 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alois Plessinger - Alois Plessinger (1894-1968) studierte ab 1919 bei Franz Krauß und Peter Behrens an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien entwarf er in den 1950er- und 60er-Jahren eigenständig und in Arbeitsgemeinschaften mehrere große Wohnhausanlagen, wie etwa die Anlagen Wolfersberggasse 13-17 in Wien 14 (1954/55) und Czerninplatz 7 in Wien 2 (mit Heinrich Reitstätter, 1963/64). Besonders bemerkenswert ist das noch vor dem Zweiten Weltkrieg von Alois Plessinger geplante Einfamilienhaus Peter-Jordan-Straße 187 in Wien 18 (1931/32).

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