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Wehlistraße 40

Fakten

Wehlistraße 40

Wehlistraße 40, 1200 Wien

Baujahr: 1949-1950

Wohnungen: 28

Architekt: Alfred Chalusch

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wehlistraße ist eine sehr lange, mehrfach unterbrochene Straße, die bis in den 2. Wiener Gemeindebezirk in die Nähe des Ernst-Happel-Stadions führt. Seinen Anfang nimmt der Straßenzug am Friedrich-Engels-Platz. Dort befanden sich um 1900 Bauernhöfe, Gärten und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Mit der 1. Donauregulierung war die ständig drohende Hochwassergefahr immerhin deutlich geringer geworden und so wurden die Grundstücke zunehmend verbaut. Neben Wohnbauten waren es vor allem Produktionsstätten, die sich hier ansiedelten. Auf dem Grundstück Wehlistraße 32-38 wurden 1914 die Gebäude der Vereinigten Sparbau-Fabriken errichtet, die oberhalb der Fertigungshallen Wohnungen für die Fabriksarbeiter boten. Als die wirtschaftliche Lage nach 1929 immer schlechter und die Wohnsituation für die verarmte Bevölkerung zunehmend prekärer wurde, wandelte die Gemeinde Wien das Fabriksareal 1935 in ein Familien-Asyl um, das während des Zweiten Weltkrieges durch mehrere Bombentreffer teilweise zerstört und später wieder aufgebaut wurde. An diesen Bau unmittelbar anschließend entstand 1949 ein Wohnhaus mit Kleinwohnungen, das, was den Baustil betrifft, an die Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit anschließt.

Der Architekt Alfred Chalusch hat vor 1940 mehrere soziale Wohnbauten im Auftrag der Gemeinde Wien geplant.

Die Architektur

Die Wohnanlage mit Kleinwohnungen schließt eine Baulücke an der Wehlistraße. Über einer rechteckigen Grundfläche errichtet, zeigt sich ein streng symmetrischer fünfgeschoßiger Bau mit Walmdach und kleinen Dachhäuschen zur Belichtung der dahinter liegenden Trockenböden.

Durch den Hauseingang mit dem rechteckigen und mit breiten, abgetreppten Putzfaschen gerahmten Tor und darüber liegendem, kreisförmigem Belichtungsfenster sowie durch zwei symmetrisch angeordnete Rundfenster im Erdgeschoß und beiderseitige vertikale Balkonachsen wird der Mittelteil der Fassade hervorgehoben. Die kleinen, rechteckig vorspringenden Balkone mit einfachen Gittergeländern sind charakteristisch für den Wohnbau um 1950.

Schmale Nutungen machen die einzelnen Stockwerke an der sonst glatten Fassade kenntlich. Beide Stiegen sind von der Hofseite aus zu betreten. Hier im begrünten Innenhof vermitteln ein Spielplatz und Ruhezonen das Ideal vom Wohnen in Ruhe und Natur. Die Hofseite der Fassade ist entsprechend der Außenansicht gegliedert, allerdings ohne die Balkone. An den Treppenhaustrakten markieren die um ein Halbgeschoß versetzten Fenster die dahinter liegenden Funktionen dieses Bauteiles.

In seiner Gesamtwirkung schließt das Wohnhaus an die Gestaltungstradition der Zwischenkriegszeit an.

Oberhalb des Tores befindet sich ein podestartiger Quader, der möglicherweise für eine plastische Darstellung vorgesehen gewesen sein könnte, in Analogie zum Nachbarhaus, wo sich ein Terrakottarelief oberhalb des Hauseingangs befindet.

Der Name

Die Wehlistraße ist seit 1892 nach dem Vizepräsidenten der Donauregulierungskommission August Freiherr von Wehli (1810-1892) benannt. Während der Nazi-Herrschaft 1938-1945 trug sie die Bezeichnung Admiral-Scheer-Straße. Im Jahre 1986 wurde sie bis in den 2. Wiener Gemeindebezirk verlängert.

Sanierung

von 1995 bis 1997

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1988 bis 1990 erfolgte unter anderem auch der Anschluss an die Fernwärme Wien. Weitere Erhaltungsarbeiten wurden von 1995 bis 1997 durchgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 645.908 Euro, davon konnten 304.971 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Alfred Chalusch - Alfred Chalusch (1883-1957) besuchte die Meisterschule Otto Wagners an der Akademie der bildenden Künste Wien. Die Dokumentation seines Werks ist nicht sehr umfangreich. 1924 gründete er mit Heinrich Schopper eine Bürogemeinschaft, in der bis 1930 vier Wohnhausanlagen für die Gemeinde Wien entstanden. Sein einziges nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenes Bauwerk ist die Wohnhausanlage in der Wehlistraße 40, Wien 20.

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