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Burghardtgasse 30

Fakten

Burghardtgasse 30

Burghardtgasse 30, 1200 Wien

Baujahr: 1983-1985

Wohnungen: 18

Architekt: Anton Dolenz

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Gegend, in der sich die Wohnhausanlage befindet, war bis zur Donauregulierung 1870-1875 zu großen Teilen eine Aulandschaft mit Fasangarten, den Josef II. 1775 gemeinsam mit dem Augarten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hatte. Das Gebiet wurde anfangs hauptsächlich von Fischern, Jägern und Holzfällern bewohnt, später kamen Gärtner und Wirte hinzu. Im 19. Jahrhundert begann man mit dem Anlegen von Küchengärten sowie mit der Ansiedelung der ersten Fabriken. Zu dieser Zeit setzte eine Verbauung des Landes ein, die freilich bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges keineswegs flächendeckend war. Baulücken wurden in großem Umfang erst durch den kommunalen Wohnbau der Ersten Republik geschlossen. Im Jahr 1900 wurde die Umgebung des Gemeindebaus von der Leopoldstadt getrennt und als eigenständiger Bezirk eingerichtet.

Die Architektur

Der fünf Stockwerke umfassende Gemeindebau schließt die Lücke in der geschlossen verbauten Burghardtgasse. Einfache, funktionale Gliederung kennzeichnet die Architektur. Der von einer Steinrahmung umgebene hohe, schmale Eingang ist aus der Mitte verschoben. Ein Steinsockel definiert das Erdgeschoß. Gegenüber der Grundfarbe des Hauses dunkler verputzt, ist dieses deutlich von den darüber befindlichen Stockwerken abgesetzt. Das Erscheinungsbild der Straßenfassade ist durch das Alternieren von zweifach unterteilten quadratischen Fenstern mit französischen Fenstern bestimmt. Die Front des Hofes gliedert ein einachsiger, über alle Stockwerke reichender Erker, der den asymmetrisch angelegten Eingangsbereich betont. Die Erdgeschoßzone der Hoffront ist von der Grundfarbe des Hauses ebenfalls farblich differenziert und weist einen steinverkleideten Sockel auf.

Der Name

Die Burghardtgasse erhielt ihren Namen 1868. Die Benennung leitet sich vermutlich von einem vorbabenbergischen Markgrafen ab.

Architekten

Anton Dolenz - Anton Dolenz (1884-1974) studierte von 1904 bis 1911 Bauingenieurswesen an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1912 die 2. Staatsprüfung ablegte. Nach seinen Plänen wurden unter anderem die kommunalen Wohnhäuser Hofgasse 2 in Wien 5 (1955/56) und Elisenstraße 28-30 in Wien 23 (1958/59) errichtet.

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