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Gerda-Lerner-Hof

Fakten

Gerda-Lerner-Hof

Pyrkergasse 41, 1190 Wien

Baujahr: 1981-1983

Wohnungen: 19

Architekt: Robert Kanfer

Weitere Adressen

Döblinger Hauptstraße 75, 1190 Wien

Wohnen in Wien

Ab den 1980er-Jahren bestimmte ein neuer Stadtentwicklungsplan die Wohnhaussanierung. Der 1984 gegründete Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds und das Wohnhaussanierungsgesetz 1985 ergänzten die optimalen Voraussetzungen für eine sanfte Stadterneuerung. 36 Prozent der Sanierungsgelder flossen in Gemeindebauten, sodass die berühmtesten Gemeindebauten aus der Zwischenkriegszeit saniert werden konnten, wie z. B. der Karl-Marx-Hof, der George-Washington-Hof oder der Rabenhof. Für Neubauten wurde durch Wettbewerbe eine qualitativ hochwertige und individuelle Architektur sichergestellt, wie das Beispiel Hundertwasserhaus zeigt.

Geschichte

Die Pyrkergasse liegt in Oberdöbling und war bereits 1819 einzeilig verbaut. Der heutige Bestand setzt sich aus Resten der zwei- bis dreigeschoßigen Verbauung der Biedermeierzeit sowie zweigeschoßigen Vorstadtzinshäusern aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammen. Vor allem im östlichen Bereich der Pyrkergasse gibt es einige Gebäude, die nach 1945 errichtet wurden, wie die Wohnhausanlage an der Ecke zur Döblinger Hauptstraße.

Die Architektur

Die fünfgeschoßige Wohnhausanlage liegt in der Pyrkergasse, direkt an der Ecke zur Döblinger Hauptstraße, und erstreckt sich auf einem L-förmigen Grundriss. Das Eckhaus wird entlang der Döblinger Hauptstraße durch polygonale Erker gegliedert, der Hauseingang befindet sich in der Pyrkergasse. Im Erdgeschoß ist ein Laubengang so angelegt, dass sich der Gehsteig verbreitert und eine Passage entsteht. Die Trägersäulen des Ganges ziehen sich in der Pyrkergasse zum Teil bis ins zweite Geschoß und tragen dadurch zur Gliederung der Fassade bei. Das Gebäudeeck ist abgeflacht und wird von einer einfachen Fensterachse mit einteiligen Öffnungen akzentuiert. Der gesamte Wohnbau vermittelt einen dynamischen Gesamteindruck, mehrere Rücksprünge und ein zurückversetztes Dachgeschoß verstärken den lebendigen Charakter. Der Innenhof ist teilweise mit Terrassen gestaltet. Im ersten Stock des Hauses sind zwei behindertengerechte Wohnungen untergebracht.

Der Name

Die Pyrkergasse wurde ursprünglich als Plankengasse, dann als Parkgasse und schließlich als Alleegasse bezeichnet. Seit 1894 ist sie nach dem Dichter Johann Ladislav Pyrker von Felso-Eör (1772-1847) benannt, der als Abt von Lilienfeld tätig war. Der spätere Patriarch von Venedig und Erzbischof von Eger war auch ein Förderer des jungen Grillparzer.

Sanierung

von 2004 bis 2005

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2004 und 2005 saniert. Neben der Instandsetzung des Daches umfassten die Arbeiten auch die Erneuerung der Fenster und Türen.

Architekten

Robert Kanfer - Robert Kanfer (geb. 1930) studierte zunächst am North Gloucestershire Technical College in England, bevor er von 1953 bis 1957 an der Akademie für angewandte Kunst die Meisterklasse von Franz Schuster besuchte. Von 1962 bis 1995 führte er sein eigenes Architekturbüro in Wien. Den Schwerpunkt seiner Arbeiten legte er auf den Bereich Einfamilienhäuser. Für die Gemeinde Wien entwarf er unter anderem die Wohnhausanlage Richard-Wagner-Platz 4 in Wien 16 (1989-1991). Bekannt ist Robert Kanfer aber vor allem für die Wiederinstandsetzung der Zeremonienhalle am Israelitischen Friedhof in Wien 11 (1965-1967), die nach der teilweisen Zerstörung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg unter seiner Leitung erfolgte.

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