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Heiligenstädter Straße 327-331

Fakten

Heiligenstädter Straße 327-331

Heiligenstädter Straße 327-331, 1190 Wien

Baujahr: 1977-1979

Wohnungen: 21

Architekt: Manfred Wehdorn, Gerhard Molzbichler

Weitere Adressen

Wigandgasse 18, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1970er-Jahren begann eine erste Sanierungswelle des Wohnungsaltbestands der Stadt Wien, um den Wohnstandard anzuheben. Zusätzlich wurden von 1972 bis 1977 rund 16.500 neue Wohnungen gebaut. Der Wohnungsmangel war beseitigt. Nun sollten sich neue Anlagen auch besser in ihre Umgebung einfügen, sich vom Straßenverkehr abwenden, öffentlich gut erreichbar und vor allem mit der nötigen Nahversorgung ausgestattet sein. Damit rückte auch ein Grundgedanke des "Roten Wien" aus den 1930er-Jahren wieder in den Mittelpunkt: Es wurde wieder Wert auf die Sozialisierung des Wohnens gelegt. 1978 wurde die Grundsteinlegung der 200.000sten Wohnung seit 1923 gefeiert.

Geschichte

Das Gebiet rund um die heutige Wohnhausanlage wird erstmals 1114 als Nuzdorf urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von den zahlreichen Nussbäumen ab. Weinbau war einst die wichtigste Einnahmequelle der Bewohner, man profitierte jedoch auch vom Fischfang. Ebenfalls gewinnbringend war das Recht, Menschen und Waren über die Donau zu transportieren. Der Nussdorfer Hafen war seit dem 16. Jahrhundert der wichtigste Donauhafen Wiens und verlor erst nach 1800 an Bedeutung. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts siedelten sich in der Gegend große Gewerbebetriebe an.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage umfasst mehrere ein- bis zweigeschoßige, parallel und winkelig zueinander stehende Häuser mit Giebeldach. Aus der Anordnung resultieren großzügige Freiflächen, die als Grünzonen genutzt werden. Die Gebäude zeichnen sich durch ihren einheitlichen, historisierenden - jedoch modern interpretierten - Stil aus. Die Schmalseiten sind jeweils glatt verputzt, die Längsseiten weisen eine detailreiche Gliederung auf: Hochrechteckige Fenster und Fenstertüren sind von einer Rahmung umgeben und - wie die Eingänge - mit einem weit vorragenden, vordachartigen Abschluss versehen, der seitlich zinnenförmig hinabgezogen ist. Ein ebenfalls zinnenförmiges Band unterfängt jeweils das verglaste Dachgeschoß, das von einem weit vortretenden Dachgesims abgeschlossen wird. Die Grundfarbe der Häuser ist gelb, während die gliedernden Elemente in weiß gehalten sind.

... und die Kunst

Eine der Freiflächen wird durch einen abstrakten Kunststeinreliefpfeiler mit verbreiterter Basis definiert.

Der Name

Die Straße, in der das Wohnhaus steht, trägt seit 1874 die Bezeichnung Heiligenstädterstraße. Sie wurde um 1705 Nußdorfer Weg, 1721-1894 Nußdorferstraße genannt.

Sanierung

von 2005 bis 2007

Die Wohnhausanlage wurde in den Jahren 2005 bis 2007 saniert. Durch die Erneuerung der Fenster und Türen sowie durch das Wärmedämmverbundsystem für die Fassade konnten die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden. Die Kosten beliefen sich auf 487.900 Euro, davon konnten 137.582 Euro durch Förderungen gedeckt werden.

Architekten

Manfred Wehdorn - Manfred Wehdorn (geb. 1942 in Wien) studierte von 1960 bis 1969 Architektur an der Technischen Hochschule Wien. Mit seiner 1982 gegründeten Ziviltechnikergesellschaft ist er vor allem in den Bereichen Restaurierung und Revitalisierung erfolgreich. Zu seinen bedeutendsten Aufträgen gehören etwa die Revitalisierung des Palais Harrach in Wien 1, Freyung (1989), die Restaurierung von Schloss Schönbrunn in Wien 13 (seit 1994), die Generalsanierungen der Dr.-Karl-Lueger-Kirche am Zentralfriedhof in Wien 11 (1995-2003) und der Brunnenanlagen im Belvedere-Garten in Wien 3 (2005-2010). Manfred Wehdorn ist seit 1981 Vorstand des Institutes für Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Industriearchäologie an der TU Wien und seit 1998 Vertreter Österreichs für Fragen der Denkmalpflege in der Europäischen Kommission in Brüssel.

Gerhard Molzbichler - Gehard Molzbichler (1941-2000) studierte bis 1968 an der Technischen Universität Wien. Von 1972 bis 1980 führte er zunächst eine Arbeitsgemeinschaft mit Alois Machatschek, bevor er 1980 sein eigenes Büro gründete. Gerhard Molzbichler war vor allem im Bereich Schulbau tätig. Zu seinen bedeutendsten Bauwerken gehören die HTL samt Internat (1972) und die HBLA (1979) in Braunau/OÖ, das Gemeindezentrum Breitenfurt/NÖ (1989) sowie die Bundesschulzentren Schärding/OÖ (1997) und Rohrbach/OÖ (1999).

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