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Krottenbachstraße 122

Fakten

Krottenbachstraße 122

Krottenbachstraße 122, 1190 Wien

Baujahr: 1969-1972

Wohnungen: 232

Architekt: Rosl Maria Musel, Ernst W. Irsigler, Gottfried Fickl

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In der Krottenbachstraße sowie in einigen Querstraßen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Gemeindebauten errichtet. Dies ist eine der letzten im Zuge dieses Bebauungsplanes realisierten Anlagen. Das Gelände war bis dahin Grünland gewesen und auch heute noch erstrecken sich hinter der nördlichen Grundgrenze Wiesen, Wälder und Weinberge. Etwa gleichzeitig wurde die nebenan gelegene Pfarrkirche Glanzing von dem Tiroler Architekten Josef Lackner erbaut.

Die Architektur

Die Anlage wurde auf einem weitläufigen, gärtnerisch gestalteten Gelände errichtet und umfasst insgesamt 30 Stiegen. Diese bestehen aus einzelnen Häusern, welche zum Teil frei stehen und zum Teil gekuppelt angeordnet wurden. Die Verbauung wirkt locker, da Geschoßhöhen, Frontlängen und Abstände zwischen den Gebäuden variieren. Trotzdem sind alle Häuser streng parallel zur Krottenbachstraße angelegt. Auf den dazwischen liegenden Grünflächen wurden mehrere Spielplätze eingerichtet. 12 der Häuser besitzen zwei Geschoße, 18 Gebäude drei. Alle Häuser weisen Flachdächer auf. Die zweistöckigen Gebäude verfügen über ein Sockelgeschoß, das an mehreren Stellen so weit hinter die Front zurücktritt, dass die darüber liegenden Bauteile von Pfeilern getragen werden und dadurch Laubengänge entstehen. An den ost- und südseitigen Fassaden finden sich Loggien und Balkone. Die dominierende Fensterform ist das Quadrat, teilweise sind die Fenster zu Fensterbändern zusammengefasst.

Der Name

Die Krottenbachstraße stellt die Hauptverbindung zwischen Oberdöbling und den Weinbauorten Salmannsdorf und Neustift dar und hieß deshalb bis zur Eingemeindung dieser Heurigendörfer Neustiftgasse. 1894 wurde sie nach dem hier verlaufenden Krottenbach benannt, der seit 1908 eingewölbt ist.

Architekten

Rosl Maria Musel - Zur Ausbildung der Architektin Rosl Maria Musel (geb. Wlasak, 1899-1970) sind keine Daten bekannt. Der Titel "Architektin" wurde ihr 1959 durch das Ministerium für Wiederaufbau verliehen. Für die Gemeinde Wien plante sie gemeinsam mit Gottfried Fickl und Ernst W. Irsigler die Wohnhausanlage Krottenbachstraße 122 in Wien 19 (1969-1972).

Ernst W. Irsigler - Ernst Irsigler (1922-2002) studierte von 1946 bis 1949 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1950 sein Diplom erhielt. Für die Gemeinde Wien war er vorwiegend in Arbeitsgemeinschaften an der Planung zu mehreren Wohnhausanlagen beteiligt, wie etwa zum Max-Wopenka-Hof in Wien 11, Geiselbergstraße 27-31 (1955-1957) und zum Karl-Wrba-Hof in Wien 10, Sahulkastraße 3-5 (ab 1972).

Gottfried Fickl - Gottfried Fickl (geb. 1933) studierte ab 1952 bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste Wien. Für die Gemeinde Wien war er beispielsweise in einer Arbeitsgemeinschaft an den Plänen zur Wohnhausanlage Krottenbachstraße 122 in Wien 19 (1969-1972) beteiligt.

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