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Görgengasse 8

Fakten

Görgengasse 8

Görgengasse 8, 1190 Wien

Baujahr: 1969-1970

Wohnungen: 39

Architekt: Günter Krisch

Weitere Adressen

Hutweidengasse 48, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In der Krottenbachstraße und in einigen Querstraßen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Gemeindebauten errichtet. Durch Zusammenlegung von zwei Parzellen entstand der Bauplatz für diese relativ kleine Anlage in einem bis dahin weitgehend unverbauten Gebiet. Sie wurde etwa gleichzeitig mit anderen städtischen, genossenschaftlichen, aber auch privaten Wohnbauten geplant, sodass hier binnen weniger Jahre ein neues Wohnviertel entstand. Bereits bei der Errichtung wurde das Haus mit Aufzügen ausgestattet - im Wiener Gemeindebau damals eine bedeutende Neuerung.

Die Architektur

Die dreistöckige Wohnhausanlage verfügt über zwei Stiegen und liegt an der Ecke Görgengasse/Hutweidengasse. Da beide Trakte entlang dieser Straßenzüge verlaufen, ergibt sich ein hakenförmiger Grundriss. Von der Görgengasse aus führt eine Einfahrt in den begrünten Innenhof, wo Autoabstellplätze angelegt wurden. Über einige Stufen ist ein etwas erhöhter Sitzplatz zu erreichen. Im Hof befinden sich auch die Zugänge zu den beiden Stiegenhäusern - der eine auf Straßenniveau gelegen, zu dem anderen führen aufgrund des leicht abfallenden Geländes einige Stufen hinunter. Die Stiegenhäuser verlaufen über den beiden Hauseingängen und sind an der Fassadengestaltung erkennbar. Der zeittypischen Gestaltungsweise entsprechend wurden die Sockel gröber verputzt als das darüber liegende Mauerwerk und von diesem durch Nuten abgesetzt. Diese Zone ist rund um die Haustür zur Stiege 2 hinaufgezogen. Schlicht und zurückhaltend präsentieren sich die Fassaden, die lediglich durch eine Vielzahl unterschiedlicher Fensterformate belebt sind. Balkone lockern die beiden Straßenfronten auf.

Der Name

Der Straßenzug wurde 1917 nach dem Neurologen Dr. Bruno Görgen (1777-1842) benannt. Dieser war ursprünglich Primararzt an der Irrenanstalt des AKH, ab 1820 arbeitete er in einer Privatklinik in Gumpendorf, ab 1830 in einer nahe gelegenen Anstalt in Ober-Döbling. Görgen gilt als bedeutender Neuerer der Behandlung psychiatrischer Patienten, er übte eine von Zwangsmaßnahmen freie Behandlung aus.

Sanierung

von 2001 bis 2001

Bei der Wohnhausanlage konnten 2001 durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Günter Krisch - Günter Krisch (1922-1995) studierte ab 1948 bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. Nach seinen Plänen wurden unter anderem die Wohnhausanlagen Sautergasse 40-42 in Wien 17 (1964/65) und Görgengasse 8 in Wien 19 (1969/70) errichtet.

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