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Börnergasse 3

Fakten

Börnergasse 3

Börnergasse 3, 1190 Wien

Baujahr: 1966-1968

Wohnungen: 167

Architekt: Franz Hoffmann

Weitere Adressen

Weinberggasse 91-93, 1190 Wien

Hackenberggasse 1-5, 1190 Wien

Gustav-Pick-Gasse 4, 1190 Wien

Gugitzgasse 2, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

In dem bis dahin unverbauten Gebiet entlang der Krottenbachstraße wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Gemeindebauten errichtet. Auch einige Querstraßen wie die Börnergasse wurden neu angelegt. So entstand ein Viertel, das vorwiegend durch städtische Wohnhausanlagen charakterisiert ist.

Die Stiegen 1-14 des Gemeindebaus wurden von einem freischaffenden Architekten geplant, während die nördliche Erweiterung, nämlich die Stiegen 15-21, von der MA 19 (Architektur) entworfen wurden.

Die Architektur

Auf einem parkartigen, ansteigenden und aus diesem Grund mehrfach terrassierten Gelände wurden insgesamt 21 Häuser errichtet: Die parallel zur Gugitzgasse gelegenen sind in Dreier- und Vierergruppen gekuppelt, jene entlang der Gustav-Pick-Gasse bzw. der Börnergasse wurden jeweils zu zwei Zweierblöcken zusammengefasst. Die Fassaden sind sehr zurückhaltend ohne Dekor gestaltet und vorwiegend durch verschiedenfarbigen Putz charakterisiert. Lediglich die Sockel wurden optisch abgesetzt. Eine Vielzahl an Fenstern sowie Balkone, die zu Bändern zusammengefasst sind, strukturieren die Fronten. Besonders auffällig an dieser Anlage sind die zahlreichen Bäume und Sträucher, hinter denen die Architektur zurücktritt, sodass der Eindruck eines Wohnparks entsteht.

... und die Kunst

Im Garten der Wohnhausanlage befindet sich eine frei stehende, durchbrochene Reliefwand mit dem Motiv "Turnende und spielende Kinder" von Rudolf Schwaiger. Der Aufstellungsort für das Kunstwerk scheint besonders glücklich gewählt, da es tatsächlich häufig von turnenden, spielenden Kindern umgeben ist.

Der Name

Die Börnergasse wurde 1958 nach Wilhelm Börner (1882-1951) benannt. Der Arzt, Schriftsteller und Pädagoge engagierte sich für die Idee der Volksbüchereien und wurde nach dem "Anschluss" 1938 wegen seiner Gesinnung in ein Konzentrationslager gebracht. Durch Interventionen konnte jedoch seine Freilassung erwirkt werden. Danach emigrierte Börner in die USA, 1948 kehrte er nach Wien zurück.

Sanierung

von 1996 bis 1997

Bei der Wohnhausanlage konnten in den Jahren 1996 und 1997 durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt werden.

Architekten

Franz Hoffmann - Franz Hoffmann (1919-1971) studierte in Wien an der Akademie für angewandte Kunst bei Witzmann und Haerdtl, in deren Büro er nach dem Zweiten Weltkrieg tätig war, ehe er sich 1953 selbstständig machte. Der Schwerpunkt seiner Bautätigkeit lag bereits seit der NS-Zeit im Wohnbau. Darüber hinaus war Franz Hoffmann jahrzehntelang in der Lehre beschäftigt, u.a. als Assistent Haerdtls, später als Leiter einer Meisterklasse für industrielle Formgebung an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien.

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