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Görgengasse 26

Fakten

Görgengasse 26

Görgengasse 26, 1190 Wien

Baujahr: 1963-1964

Wohnungen: 195

Architekt: Libuse Partyka, Herbert Schmid

Weitere Adressen

Weinberggasse 46, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1960er-Jahren nahm der Wohnbau in Wien bis hin zum Wohnungsbauboom der 1970er-Jahre kontinuierlich zu. Die Grundlage dafür bildeten 1961 ein städtebauliches Konzept und ein Generalverkehrsplan von Roland Rainer. Der geplante U-Bahn-Bau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung. Besonders am südlichen und östlichen Stadtrand gab es Grundstücke zu günstigen Preisen, auf denen neue große Wohnviertel geschaffen wurden. Die neue Fertigteilbauweise mit vorgefertigten Betonelementen erlaubte es, in kurzer Zeit ganze Stadtteile neu zu errichten.

Geschichte

Zwischen der Krottenbachstraße und einigen Querstraßen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl städtischer Wohnhausanlagen errichtet, sodass hier ein richtiges Gemeindebauviertel entstand. Der Baugrund, auf dem diese Anlage errichtet wurde, war bis dahin weit gehend unverbautes Gartenland, lediglich ein Eckwirtshaus mit Kegelbahn befand sich an dieser Stelle. Durch einen Bombentreffer während des Krieges wurde dieses beliebte Ausflugsziel beschädigt und schließlich in den 1950er-Jahren abgetragen.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage liegt auf einem parkähnlichen Gelände und ist von einem umlaufenden Vorgarten umgeben. Sie besteht aus zwei Teilen: Entlang der Görgengasse, parallel zur Weinberggasse, plante die Architektin Libusa Partyka vier dreistöckige Wohnhäuser mit je zwei Stiegen. Östlich davon befinden sich drei weitere zweistöckige Gebäude mit jeweils drei Stiegen, welche von Herbert Schmid entworfen wurden. Alle Stiegenhäuser sind nach Norden hin ausgerichtet und werden durch farbige, leicht eingetiefte Felder betont. Die Südfassaden verfügen über Balkone, in einigen Fällen auch jene, welche nach Osten weisen. Großteils wurden die Wohnungen durchgebunden geplant, sodass sie quergelüftet werden können. Die Anlage ist mit Autoabstell- und Spielplätzen ausgestattet.

... und die Kunst

Im Vorgarten an der Weinberggasse steht eine säulenartige Plastik, die anthropomorphe Formen aufweist.

Der Name

Der Straßenzug wurde 1917 nach dem Neurologen Dr. Bruno Görgen (1777-1842) benannt. Dieser war ursprünglich Primararzt an der Irrenanstalt des AKH, ab 1820 arbeitete er in einer Privatklinik in Gumpendorf, ab 1830 in einer nahe gelegenen Anstalt in Ober-Döbling. Görgen gilt als bedeutender Neuerer der Behandlung psychiatrischer Patienten, er übte eine von Zwangsmaßnahmen freie Behandlung aus.

Sanierung

von 2001 bis 2002

Im Zuge von Sanierungsmaßnahmen in den Jahren 1986/87 wurde die Wohnhausanlage an die Fernwärme Wien angeschlossen. Die Kosten dafür betrugen 427.244 Euro, davon konnten 341.795 Euro durch Förderungen gedeckt werden. In den Jahren 2001/02 wurden durch die Erneuerung der Fenster und Türen die Heizkosten für die Mieterinnen und Mieter, aber auch die Kohlendioxid-Belastung für die Umwelt gesenkt.

Architekten

Libuse Partyka - Libuse Partyka (geb. Partykova, 1921-1995; verh. Bazalka) studierte ab 1944 Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule Wien. Für die Gemeinde Wien plante sie meist in Zusammenarbeit mit anderen Architektinnen mehrere Bauwerke, wie etwa mit Erika Peters und Eugenie Pippal-Kottnig die Wohnhäuser Weintraubengasse 6-10 und 13 in Wien 2 (1982-1983) und Zirkusgasse 30 in Wien 2 (1981-1983). Die Pläne zur Anlage Schottenfeldgasse 37 in Wien 7 (1987-1989) stammen von Partyka alleine.

Herbert Schmid - Herbert Schmid (geb. 1927) studierte Architektur bei Lois Welzenbacher an der Akademie der bildenden Künste Wien. Unter anderem plante er die kommunale Wohnhausanlage Görgengasse 26 in Wien 19 (mit Libuse Partyka, 1963/64) und das Wohnhaus Heiderichstraße 5 in Wien 16 (1984/85).

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