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Sickenberggasse 11a

Fakten

Sickenberggasse 11a

Sickenberggasse 11a, 1190 Wien

Baujahr: 1958-1960

Wohnungen: 34

Weitere Adressen

Heiligenstädter Straße 162-164, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Unter der Adresse Heiligenstädter Straße, Ecke Sickenberggasse, fand man einst in den 1930er-Jahren die Gastwirtschaft "Zur Gemütlichkeit" der Familie Berghuber. Das alte Biedermeierhaus war zweistöckig und wies im Erdgeschoß, wo die Räumlichkeiten des Gasthauses untergebracht waren, eine rustizierte Fassade auf. Das Haus war recht schmucklos, einzig die Sprossenfenster waren durch einfache Verzierungen hervorgehoben. Der Eingang zur Gastwirtschaft befand sich in der Heiligenstädter Straße, die Wohnungen waren über die Sickenberggasse zu erschließen. In der Sickenberggasse, Ecke Kupfergasse, gegenüber des "Maria-Theresien-Schlössels", befand sich auch die Färberei und Putzerei des Großindustriellen Ferdinand Sickenberg, nach dem die Straße benannt wurde und die von 1846 bis 1969 bestand.

Die Architektur

Das Wohnhaus von Henry Lutz, fertiggestellt Ende der 1950er-Jahre, ist als typisches Bauwerk seiner Zeit zu erkennen. Der Bau weist eine einfache Fensterreihung bzw. ein ebenso einfaches Mauerwerk ohne Profilierung auf. Bunte Kunstverzierungen um die Fenster dienen als Blickfang, hie und da lockern französische Fenster die Eintönigkeit der Fassadengestaltung etwas auf. Die Gebäudeecke wird durch einen Loggienverbau besonders hervorgehoben, hofseitig weisen einfache Mauervorsprünge auf die Stiegenhauskerne hin. Das Eckhaus mit langgezogener Fassade in der Heiligenstädter Straße besitzt fünf Hauptgeschoße sowie ein ausgebautes Dachgeschoß und ein Kellergeschoß. Ein Nebeneingang und ein Haupteingang befinden sich in der Heiligenstädter Straße, der eigentliche Zugang bzw. die Durchfahrt in den Hof, einfach umrahmt mit Kunststein, ist in der Sickenberggasse situiert. Die Hofanlage verfügt über spärlichen Grünraum, stattdessen wurde das Einstellen von Pkws ermöglicht.

... und die Kunst

Zur Hervorhebung einzelner französischer Fensterreihen in der Heiligenstädter Straße fungieren Mosaikbilder in unterschiedlicher Form- und Farbgestaltung.

Der Name

Die Sickenberggasse, die bis 1873 unter den Namen Fabrikgasse und Kirchengasse, dann bis 1894 als Donaustraße geläufig war, verdankt ihren Namen dem Großindustriellen Franz Sickenberg (1810-1885), der in Nußdorf eine Färberei und eine chemische Putzerei unterhielt.

Sanierung

von 2004 bis 2010

Bei der Wohnhausanlage wurden 2004 die Fenster und Türen erneuert und 2010 die Liftanlagen verbessert und nachgerüstet. Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 71.500 Euro, 28.600 Euro konnten durch einen Landeszuschuss gedeckt werden.

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