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Prof. Harry-Glöckner-Hof

Fakten

Prof. Harry-Glöckner-Hof

Paradisgasse 30, 1190 Wien

Baujahr: 1955-1957

Wohnungen: 102

Architekt: Hermann Kutschera, Hans Hoppenberger

Weitere Adressen

Zehenthofgasse 44, 1190 Wien

Formanekgasse 79, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Paradisgasse führt von der Silbergasse zur Grinzinger Allee, am Anfang der Gasse liegt die Karmeliterkirche mit einem angeschlossenen Kloster. Der Großteil der heutigen Wohnbauten in der Paradisgasse entstand erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Wohnhausanlage wurde in den 1950er-Jahren am Fuße des Südhanges des Hungerberges errichtet, der Hauptzugang befindet sich in der Paradisgasse 30.

Die Architektur

Die Wohnhausanlage steigt sanft von der Paradisgasse zur Formanekgasse an und wird im Westen von der Zehenthofgasse begrenzt. Die zwei- bis dreigeschoßige Anlage besteht aus mehreren autonomen Bauteilen, wobei der erste Wohnbau direkt an der Paradisgasse liegt. Dahinter sind sieben weitere Wohnblöcke angeordnet, die über mehrere Wege miteinander verbunden sind. Die gesamte Anlage gruppiert sich um eine zentrale Grünfläche, dazwischen gibt es Kinderspielplätze, Sitzgelegenheiten sowie einen Autoabstellplatz. Die einheitliche Gestaltung der Gebäude sowie deren Anordnung vermitteln einen ausgeglichenen Gesamteindruck.

Die glatten Fassaden gliedern sich in regelmäßige Fensterachsen, die Öffnungen sind mit einer breiten Rahmung versehen. Stellenweise sorgen kleine, offene Balkone und Dacherker für eine Auflockerung der ansonsten schlichten Gliederung.

... und die Kunst

Im Zentrum der Wohnhausanlage steht eine Natursteinplastik des Künstlers Hubert Wilfan (1922-2007) aus dem Jahr 1960, die einen sitzenden Frauenakt darstellt.

Der Name

Die Paradisgasse ist seit 1894 nach der Komponistin, Sängerin und Klaviervirtuosin Maria Theresia Paradis (1759-1824) benannt, die bereits im Kindesalter erblindete.

Seit 2004 trägt der Hof den Namen des Sängers und Schauspielers Prof. Harry Glöckner (1922-1999). Er wohnte in der Paradisgasse 40 und machte sich vor allem als Bezirkshistoriker und Leiter des Bezirksmuseums verdient.

Sanierung

von 2000 bis 2001

Bei der Wohnhausanlage wurden in den Jahren 2000 und 2001 die Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Hermann Kutschera - Hermann Kutschera (1903-1991) studierte zunächst Architektur an der Technischen Hochschule Wien und später in München. 1925/26 besuchte er an der Akademie der bildenden Künste Wien die Meisterschule von Clemens Holzmeister, in dessen Atelier er bis 1930 beschäftigt war. Ab 1932 arbeitete er als selbständiger Architekt. Seine Spezialgebiete waren Gewerbebauten (Hotels und Restaurants) und Sportanlagen. Vor allem in den Kurorten Bad Gastein und Bad Ischl wurde viel nach seinen Plänen errichtet. 1936 erhielt er bei den Olympischen Spielen in Garmisch-Partenkirchen für sein Projekt eines Schistadions mit Sprungschanze eine Goldmedaille in der Disziplin Architektur. Für die Gemeinde Wien entwarf er mehrere Wohnhausanlagen.

Hans Hoppenberger - Hans Hoppenberger (1896-1977) begann 1914 sein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Wien, das er nach geleistetem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg 1923 abschloss. Im Anschluss arbeitete er zunächst als Bauleiter für die Österreichischen Siemens-Schuckert-Werke, bevor er 1945 Leiter der Hochbauabteilung der Alpen-Elektrowerke wurde und sich 1950 als Architekt selbständig machte. Als Architekt und Bauleiter prägte er den österreichischen Industriebau der Nachkriegszeit entscheidend mit. Hans Hoppenberger war etwa am Bau der Kraftwerke Kaprun (Sbg.), Schwabeck (Ktn.) und Lavamünd (Knt.) beteiligt. Unter seiner Leitung wurde 1949 auch das Dampfkraftwerk St. Andrä (Ktn.) realisiert und mehrere Stadtwerke, wie etwa in Wels, Klagenfurt und Salzburg erbaut. Für die Stadt Wien plante er unter anderem die Wohnhausanlage Agavenweg 26 in Wien 22 (1953-1955).

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