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Sieveringer Straße 163

Fakten

Sieveringer Straße 163

Sieveringer Straße 163, 1190 Wien

Baujahr: 1955-1956

Wohnungen: 24

Architekt: Alfred Soulek

Weitere Adressen

Flemminggasse 2, 1190 Wien

Karthäuserstraße 2, 1190 Wien

Wohnen in Wien

In den 1950er-Jahren ging es vor allem darum, Zerstörtes wieder aufzubauen und viele neue Wohnungen zu errichten. In den kommunalen Wohnbauten dieser Zeit finden sich die ersten Ansätze der sich später durchsetzenden Zeilenbauweise, die bis heute die großen Vorstadtsiedlungen prägt. Die Wohnbauten wurden größer, höher und waren verstärkt in Blockform gestaltet. Das Flachdach setzte sich durch. Alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern und WC ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

Die Wohnhausanlage wurde auf einem bis dahin unbebauten Grundstück am Rande des Ortskerns des alten Weinbauerndorfes Sievering errichtet und ermöglichte somit Menschen, für die dies bis dahin unerreichbar gewesen war, das Wohnen in Grünruhelage.

Die Architektur

Das längliche Grundstück, auf dem der Gemeindebau errichtet wurde, liegt mit seiner Schmalseite an der Sieveringer Straße und erstreckt sich entlang der hier recht steil ansteigenden Karthäuserstraße bis zur Fleminggasse. Die auf allen Seiten von einem Garten umgebene Anlage besteht aus insgesamt vier dreigeschoßigen Häusern, von denen zwei gekuppelt sind. Bereits bei der Errichtung wurden die Dachböden als Wohnraum ausgebaut. Mit Ausnahme des am höchsten gelegenen sind die Gebäude von Westen her zugänglich. Die mittig angeordneten Haustore, über denen jeweils das Stiegenhaus verläuft, werden durch eine leicht vortretende Rahmung betont. Die Fenster sind ohne jeden Dekor in die Mauerflächen eingeschnitten. Die Fassaden zeigen damit eine zeittypische Gestaltungsweise, die darüber hinaus auch dadurch betont wird, dass die Sockel einen etwas gröberen Verputz und eine abweichende Farbgebung aufweisen und durch Nuten von den darüberliegenden Zonen abgesetzt sind.

... und die Kunst

An der Fassade zur Sieveringer Straße findet sich ein Mosaikwandbild mit einem auf die Tradition des Heurigenortes Sievering bezogenen Thema, dem "Weinhütereinzug". Es stammt von dem österreichischen Maler Georg Samwald (1891-1969).

Der Name

Durch die Eingemeindung zahlreicher Vororte in den 1890er-Jahren schienen manche Straßennamen in Wien mehrfach auf und mussten daher umbenannt werden. So erhielt im Jahr 1894 diese wichtige Verbindung in das alte Weinhauerdorf zur Erinnerung an den alten Ortsnamen die Bezeichnung Sieveringer Straße.

Sanierung

von 2005 bis 2005

Bei der Wohnhausanlage wurden 2005 die Fenster und Türen erneuert.

Architekten

Alfred Soulek - Alfred Soulek (1909-1994) wurde als Sohn des eng mit der Wiener Moderne kooperierenden Kunsttischlers Ernst Soulek in Wien geboren. Er besuchte zunächst Franz Cizeks Jugendkunstklasse an der Kunstgewerbeschule, bevor er von 1924 bis 1928 eine Tischlerlehre im Betrieb seines Vaters absolvierte. 1926 bis 1929 studierte er bei Josef Hoffmann und im Anschluss an der Akademie der bildenden Künste bei Holzmeister, in dessen Büro er am Entwurf für den Palast von Kemal Atatürk (Ankara, Türkei) mitarbeitete. Soulek war in verschiedenen Ateliers tätig, lehrte in den Jahren 1935 bis 1941 und 1958 bis 1979 an der Angewandten sowie ab 1956 an der Akademie. Sein architektonisches Werk umfasst vorwiegend Wohnbauten, darüber hinaus gestaltete er auch zahlreiche Filialen der Länderbank sowie Geschäftslokale.

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