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Krottenbachstraße 39-41

Fakten

Krottenbachstraße 39-41

Krottenbachstraße 39-41, 1190 Wien

Baujahr: 1954-1955

Wohnungen: 38

Architekt: Friedrich Pangratz

Wohnen in Wien

Ab 1949 war der Wohnbau zahlenmäßig wieder auf dem Niveau des "Roten Wien" der Zwischenkriegszeit. Doch noch war die Bevölkerung verarmt und oft obdachlos. Kleine Duplex-Wohnungen, die später zusammengelegt werden konnten, linderten schließlich die Wohnungsnot. 1951 wurde Franz Jonas, Sohn einer Arbeiterfamilie, Bürgermeister von Wien. In seine Amtszeit fiel die rege Bautätigkeit im Rahmen des Projektes "Sozialer Städtebau" ab 1952. Das 8-Punkte-Programm hatte die Trennung von Wohn- und Gewerbebereichen, eine Auflockerung der Wohnbereiche sowie die Assanierung einzelner Viertel zum Ziel. Die standardmäßige Ausstattung der Wohnungen wurde verbessert - alle neu gebauten Wohnungen waren mit Badezimmern ausgestattet und die Mindestgröße wurde von 42 auf 55 Quadratmeter angehoben.

Geschichte

In der Krottenbachstraße und einigen Querstraßen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre eine größere Anzahl von Gemeindebauten errichtet. Als man Mitte der 1950er-Jahre mit dem Bau dieser Anlage begann, konnte die geplante Stiege 1 zunächst nicht ausgeführt werden, da sich der Ankauf der Parzelle bzw. der Abbruch des Altbestandes bis Anfang der 1960er-Jahre verzögerte, sodass schließlich nebenan ein unabhängiger kleiner Gemeindebau angelegt wurde. Aus diesem Grund gibt es unter der Adresse Krottenbachstraße 39-41 keine Stiege 1.

Die Architektur

Diese Anlage besteht aus einem dreigeschoßigen Trakt entlang der Krottenbachstraße mit drei Stiegen, sowie einem höher im ansteigenden Gelände gelegenen zweigeschoßigen Haus. Bei beiden Bauteilen ist hangseitig das Dachgeschoß ausgebaut. Dies ist durch eine mittig um ein Geschoß hochgezogene Partie an den Südfassaden zu erkennen. An der linken und rechten seitlichen Grundgrenze führen Treppen über die Böschung zu einer Terrasse, wo sich drei Eingänge in den deutlich über dem Straßenniveau liegenden Straßentrakt befinden. Rechts daran vorbei verläuft ein Weg über einen Platz mit Sitzgelegenheiten durch den mehrfach terrassierten Garten zu dem zweiten, ebenfalls parallel zur Krottenbachstraße angelegten Gebäude, das jedoch ganz an den rechten Rand der Parzelle gesetzt wurde. Während die Fenster ohne jede Rahmung in der schlichten Fassade sitzen, weisen die Haustüren leicht hervortretende Pfosten und Stürze auf. Darüber verlaufen jeweils die Stiegenhäuser, die somit sowohl nord- als auch straßenseitig angelegt sind und von der Fassade ablesbar werden, indem ihre Fenster höhenversetzt zu denen der Wohnräume angeordnet sind.

Der Name

Die Krottenbachstraße stellt die Hauptverbindung zwischen Oberdöbling und den Weinbauorten Salmannsdorf und Neustift her, sie hieß deshalb bis zur Eingemeindung dieser Heurigendörfer Neustiftgasse. 1894 wurde sie nach dem hier verlaufenden Krottenbach benannt, der 1908 eingewölbt wurde.

Architekten

Friedrich Pangratz - Friedrich Pangratz (1910-1997) studierte von 1928 bis 1932 Architektur an der Technischen Hochschule Wien, wo er 1933 die zweite Staatsprüfung ablegte. Friedrich Pangratz war für die Gemeinde Wien vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren an der Realisierung zahlreicher Wohnhausanlagen beteiligt. Eigenständig entwarf er unter anderem die Wohnhäuser Fasangasse 35-37 in Wien 3 (1954/55) und Krottenbachstraße 39-41 in Wien 19 (1954/55).

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